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8 Tore, 14 Elfmeter: SC Auetal gewinnt geiles Pokalspiel gegen den SC Deckbergen-Schaumburg

8 Tore, 14 Elfmeter: SC Auetal gewinnt geiles Pokalspiel gegen den SC Deckbergen-Schaumburg

Foto: Moritz Seedorf (links) im Duell mit dem Auetaler Kapitän Marc Steinsiek. Seedorf trifft zum zwischenzeitlichen 4:2 für den SC und scheitert dann aber im Elfmeterschießen.


Fußball. Was ist das für ein geiles Pokalspiel gewesen. Die Zuschauer sahen ein intensives Match mit acht Toren, 14 Elfmetern und einem glücklichen Sieger. Der SC Auetal war im Spiel der 2. Runde im Krombacher-Kreispokal zweimal bereits mausetot, zeigte Nehmerqualitäten und setzte sich letztendlich mit 10:9 nach Elfmeterschießen gegen den SC Deckbergen-Schaumburg durch. Übrigens: Das gab es noch nie bei den Umfragen bei Rinteln-Sport. 50 Prozent der User tippten auf Sieg Auetal und die anderen 50 Prozent auf Sieg Deckbergen-Schaumburg.


Eine Bildergalerie mit 57 Fotos könnt ihr euch auf der Bildergalerie-Seite ansehen.


Das Video zum Spiel ist online und könnt ihr euch auf der Video-Seite ansehen.


Der Artikel wird euch präsentiert vom Schaumburger Wachdienst.

Von der ersten Sekunde an war der Pokalfight ein munterer Kick. Der SC Deckbergen-Schaumburg begegnete den Auetalern mit dem Messer zwischen den Zähnen, ging gallig und beherzt in die Zweikämpfe. So hatten die Gäste dann auch die erste Torchance. Michael Deisner tanzte an der Auslinie seinen Gegenspieler aus, passte nach innen, Felix Seedorf kam aber nur noch mit einem langen Bein heran, so hatte der Ball keinen Druck und war für SCA-Keeper Frederik Meier kein Problem (5.).  

Klemens Dieterich wird von Felix Seedorf unsanft ausgebremst.

Der SC begann stark, ließ aber auch stark nach. Der emsige Engin Kiy war überall auf dem Platz zu finden und setzte eine erste Duftmarke seines Könnens. Sein Schuss strich über die Querstange (10.). Nach einem Steckpass war der Auetaler Torjäger in bester Schussposition, Tim Wagner rauschte heran und stieß Kiy um. Schiedsrichter Erik Neumann pfiff, verwarnte aber Wagner nur (13.). Das brachte SCA-Trainer Marco Gregor auf die Palme. Der Coach forderte vehement eine Rote Karte wegen einer Notbremse. Gregor konnte es nicht fassen und wurde in seiner Coaching-Zone zum Rumpelstilzchen. Riesenglück für die Deckbergen-Schaumburger.

Auetal war am Drücker, dem SC fehlte es nun im Spiel nach vorne an Klarheit und Präzision. Folgerichtig gerieten die Gäste gehörig unter Druck. Engin Kiy ist bekannt dafür, dass er aus allen Lagen schießt, ein Aufsetzer, ein Patzer von SC-Keeper Peter Braun und es hieß 1:0 für Auetal (20.). Der Schuss ging durch die Hosenträger der Nummer eins – eigentlich ist Braun die Zuverlässigkeit in Person. 

Auetal hatte die Partie im Griff und ergötzte sich an seiner Herrlichkeit. Der SCA schaltete in den Modus „Tingel-Tangel, machte mit haarsträubenden Fehlern den SC wieder stark. Nach einer scharfen Hereingabe war Marc Steinsiek zu schläfrig und klärte nicht konsequent. Robin Speisekorn nutzte den technischen Fehler des Auetaler Kapitäns und vollstreckte zum 1:1-Ausgleich (27.). Nun Chancen im Minutentakt für den SC. Nico Golub (28.) wurde abgeblockt, Michael Deisner (29.) schoss drüber. 

Es „müllert“ wieder beim SC Auetal. Niklas Müller (rechts) lieferte sich packende Zweikämpfe mit Niklas Heisterghagen.

Nach dem nächsten Ballverlust im Mittelfeld staubte Nico Golub (31.) nach einem Speisekorn-Schuss zum 1:2 ab. Spiel gedreht. Der Jubel war noch nicht ganz verhallt, da markierte Julian Hartung (37.) das 2:2 für die Auetaler. Diesmal flog dem SC ein eigener Freistoß um die Ohren. Die Fehlerquote blieb hoch, nun legten die Hausherren wieder eine Bude auf. Ein viel zu kurzer Katastrophenrückpass rettete Fänger Meier im letzten Moment vor Golub, das Tor war leer, Michael Deisner blieb eiskalt und traf zum 2:3-Pausenstand (41.).

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste einen Traumstart. Golub wurde an der Strafraumkante gelegt. Den Freistoß hämmerte der Zehner auf das Torwarteck, Meier mit einer Glanzparade, doch der Ball landete genau vor den Füßen von Moritz Seedorf und dieser bugsierte das Spielgerät zum 2:4 (47.) in die Maschen. Eigentlich waren die Hausherren nun das erste Mal gestorben.

Doch ab der 65. Minute gingen dem SC Deckbergen-Schaumburg die Körner aus. Angriff auf Angriff rollte in Richtung Gäste-Gehäuse. Entlastung war Fehlanzeige. Trainer Kastriot Rexhepi brachte frische Kräfte, aber es spielten nur noch die Auetaler. In der 73. Minute verkürzte Dogan Dilek auf 3:4. Eine Freistoßhereingabe flipperte durch den Strafraum, fiel Dilek vor die Füße, drin war die Kugel. Auetal warf weiter alles nach vorne und belohnte sich mit dem 4:4-Ausgleich durch Engin Kiy in der 85. Minute. Der Torjäger zog aus 22 Metern ab und wieder lag das Leder im Netz und erneut sah Peter Braun nicht gut aus. So ging das Match ins Elfmeterschießen.

Auf die Qualitäten seines Torjägers kann sich der SCA verlassen. Engin Kiy (Mitte) trifft doppelt, lässt sich in dieser Szene nicht von Felix Seedorf (links) und Robin Speisekorn stoppen.

Unglücksrabe Peter Braun wäre fast zum Helden geworden. Der SC-Keeper hielt den Versuch von Tino Schröder. Danach verwandelten die Auetaler Marc Steinsiek, Engin Kiy, Julian Hartung und Dogan Dilek. Für den SC waren Eduard Janzen, Nico Golub im zweiten Versuch, der Elfer wurde wiederholt, weil Meier nicht auf der Linie stand, Pascal Wellhausen und Kastriot Rexhepi erfolgreich. Auetal war nun das zweite Mal gestorben, denn Moritz Seedorf hatte den Sieg auf dem Fuß, doch Fänger Meier roch den Braten, wehrte den halbhohen Schuss in die Mitte mit den Füßen ab. So ging das Elfmeterschießen in die Verlängerung. Klemens Dieterich und Mahsum Bayrak trafen, für den SC behielt Nino Kirasic die Nerven. Den 14. Elfmeter schoss Niklas Heisterhagen dann an die Latte. Auetal triumphierte in einem irren Match, der SC bot eine starke Leistung, brachte aber die Zwei-Tore-Führung nicht ins Ziel, weil die Körner ausgingen.

SC Auetal – SC Deckbergen-Schaumburg 10:9 n.E. (2:3, 4:4)

Kreispokal Schaumburg 2026/27, 2. Runde (1. Rd. beide Mannschaften Freilos)

SC Auetal:  Frederik Meier – Pierre van de Löcht, Tino Schröder, Mahsum Bayrak, Marc Steinsiek – Klemens Dieterich, Marco Hauser (46. Theo Dieterich) – Niklas Müller, Julian Hartung, Engin Kiy, Dario Palermo (54. Dogan Dilek). Trainer: Marco Gregor

SC Deckbergen-Schaumburg:  Peter Braun – Niklas Heisterhagen, Nino Kirasic, Tim Wagner, Jason Schlosser (90.+4 Kastriot Rexhepi) – Felix Seedorf (80. Julius Stemme), Moritz Seedorf, Pascal Wellhausen – Robin Speisekorn (65. Eduard Janzen), Nico Golub, Michael Deisner (76. Mika Bredemeier). Trainer: Kastriot Rexhepi

Schiedsrichter: Eric Neumann (SV Victoria Lauenau). SR-Assistenten: Simon Stegemann (SV Victoria Lauenau) + Luca Schenkemeier (SV Victoria Sachsenhagen)

Tore: 1:0 Engin Kiy (20.), 1:1 Robin Speisekorn (27.), 1:2 Nico Golub (31.), 2:2 Julian Hartung (37.), 2:3 Michael Deisner (41.), 2:4 Moritz Seedorf (47.) 3:4 Dogan Dilek (73.), 4:4 Engin Kiy (85.)

Elfmeterschießen: – Schröder (TW Braun hält), 4:5 Janzen, 5:5 Steinsiek, 5:6 Golub, 6:6 Kiy, 6:7 Wellhausen, 7:7 Hartung, 7:8 Rexhepi, 8:8 Dogan Dilek, – M. Seedorf (TW Meier hält), 9:8 K. Dieterich, 9:9 Kirasic, 10:9 Bayrak, – Heisterhagen (Latte)

Gelbe Karten: SCA: Steinsiek (51.) / SCDS: Wagner (12.), Deisner (56.), Stemme (81.), Schlosser (89.)

Zuschauer: 156

Die Siegprämie: Mahsum Bayrak und Klemens Dieterich lassen sich nach dem Pokal-Thriller die Bratwürstchen von Chefgriller „Salzi“ schmecken.