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Stadtwerke warnen vor irreführendem Brief

Stadtwerke warnen vor irreführendem Brief

Foto: Die Stadtwerke Rinteln sind als grundzuständiger Messstellenbetreiber dafür verantwortlich, dass alle Haushalte, die laut Gesetz ein intelligentes Messsystem benötigen, auch eines erhalten. Dafür muss niemand selbst aktiv werden. Die Stadtwerke kommen auf diese Haushalte zu.“


Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Rinteln berichten von einem Schreiben eines privaten Messtellenbetreibers, das derzeit in vielen Rintelner Briefkästen landet. Die Deutsche Messwesen GmbH (DMG) wirbt in dem Brief mit der kostenlosen Installation eines intelligenten Messsystems und fordert zu einer zeitnahen Terminvereinbarung auf.

Der Brief erweckt den Eindruck, der Kunde sei gesetzlich dazu verpflichtet, sich selbst um den Einbau des Gerätes zu kümmern. Sarah Albrecht aus der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Rinteln stellt richtig: „Die Stadtwerke Rinteln sind grundzuständiger Messstellenbetreiber und in dieser Funktion dafür verantwortlich, dass alle Haushalte, die laut Gesetz ein intelligentes Messsystem benötigen, auch eines erhalten. Dafür muss niemand selbst aktiv werden, wir kommen auf diese Haushalte zu.“ Sie erläutert, dass es selbstverständlich möglich wäre, sich für einen anderen wettbewerblichen Anbieter zu entscheiden. Jedoch sei diese Entscheidung freiwillig. Der Brief suggeriere, man sei dazu verpflichtet, sich innerhalb einer bestimmten Zeitspanne aktiv an einen bestimmten Anbieter zu wenden. Sarah Albrecht betont: „Wir empfehlen dringend, auch das Kleingedruckte in dem Schreiben zu lesen.“ Darin finde sich beispielsweise der Hinweis, dass der Messstellenbetrieb durch die DMG 99 Euro pro Jahr kostet und es eine Mindestlaufzeit des Vertrages von 24 Monaten gibt. Die Deutsche Messwesen versendet das Schreiben an Haushalte in ganz Deutschland.

Seit 2023 treiben die Stadtwerke Rinteln den systematischen Rollout von intelligenten Messsystemen aktiv voran. Denn das Messstellenbetriebsgesetz schreibt vor, dass bis 2023 deutschlandweit neue Messsysteme verbaut sind. Es gibt dafür auch Quotenvorgaben: 20 Prozent sollten es zum 31. Dezember 2025 sein, 50 Prozent bis Ende 2028. Um diese Ziele zu erreichen, haben die Stadtwerke Rinteln einen konkreten Einbau-Fahrplan entwickelt. Während einige andere Anbieter im letzten Jahr mit Lieferengpässen kämpften, haben die Stadtwerke Rinteln frühzeitig vorgeplant und ausreichend viele Messsysteme eingelagert. „Die Quote für 2025 haben wir erreicht und sind auch weiterhin gut im Zeitplan“, sagt Markus Maier, Teamleitung Messwesen und Einspeisung bei den Stadtwerken Rinteln.

Das deutschlandweite Ausrollen intelligenter Zähler ist wichtig, damit die Stromversorgung auch in Zukunft funktioniert, wenn immer mehr dezentrale Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie ins Stromnetz einspeisen. Darüber hinaus gibt es immer mehr Kundenanlagen mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Wallboxen. Auch sie werden steuerbar gemacht, um Netzüberlastungen zu vermeiden. Ein intelligentes Messsystem erhalten nach dem Gesetz Haushalte und Industriekunden mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden sowie Betreiber von Einspeiseanlagen erneuerbarer Energien mit einer Leistung über 7 Kilowatt, die unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) fallen. Das können zum Beispiel Photovoltaikanlagen sein. Parallel dazu benötigen auch Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, Batteriespeichern oder Wärmepumpen ein Smart Meter. Markus Maier erläutert: „Wer ein Smart Meter erhält, erhält von uns drei Monate im Voraus ein Anschreiben. Mindestens zwei Wochen vor dem Zählerwechsel informieren wir in einem weiteren Schreiben über den genauen Einbautermin.“