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SC Auetal spielt 2:2 in Niedernwöhren und hat das Siegtor auf dem Fuß

SC Auetal spielt 2:2 in Niedernwöhren und hat das Siegtor auf dem Fuß

Foto: Sedat Talu (rechts) trifft für den SC Auetal beim 2:2 in Niedernwöhren doppelt.


Fotos von Ernst Siepmann

Fußball. Aufgabe gelungen, auch wenn das Sahnehäubchen auf der Torte des Erfolgs noch fehlte. Der SC Auetal hatte in der Vorschau die Parole ausgegeben: „Niedernwöhren stören!“ Dies gelang mit prompten Antworten auf die Führung des Gastgebers. Besaß der SC Auetal während der 1. Halbzeit mehr Spielanteile, geizte aber mit Torchancen, kippte nach Wiederanpfiff das Bild. Die Männer von der Aue wirbelten, erspielten Möglichkeiten, trafen zweimal. Hatten den Torschrei zum Siegtreffer auch mehrmals auf den Lippen. Doch es blieb beim 2:2. „Für uns ist dies ein Punktegewinn“, gestand TuS-Trainer Nico Körnter. SCA-Coach Marco Gregor sah eine deutliche Leistungssteigerung seiner Elf: „Wir waren in allen Belangen das bessere Team, haben aber leider die sehr gut herausgespielten Chancen nicht nutzen können. Das war das einzige Manko in diesem Spiel.“


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Manche Namen animieren regelrecht zum Reimen. Teils mit negativem Unterton. „Welche Qual im Auetal“. Oder „Plagen in Stadthagen“, Wobei der Ortsname austauschbar erscheint: Pollhagen, Krankenhagen, Kopenhagen passen prächtig. Ach nein, letztgenannte Stadt liegt nicht in Schaumburg. Böse klingt der Ausspruch „Steinbergen verzwergen“. Das natürlich völlig aus der Luft gegriffen ist. „Niedernwöhren stören“ gilt hingegen als neutral und kann in beide Richtungen gewertet werden. Seinen Gegner stören oder selbst gestört werden. Aber der Störenfried war heute ein ganz anderer. Böige Winde und üble Regenschauer lockten nur die Hardcore-Fans ins Beerbusch-Stadion. Mit 51 Zuschauern verzeichnete der TuS Niedernwöhren einen Minusrekord für die Saison. Da halfen auch die nett bedruckten Eintrittskarten nicht.

Vier Tore, Wind und Regen. Alles im Preis mit einbegriffen.

In Niedernwöhren trafen zwei Teams mit verschiedenen Vorzeichen aufeinander. Der Gastgeber gewann vier seiner letzten fünf Begegnungen, die Gäste verlorenen vier der letzten fünf Begegnungen. Zudem musste SCA-Trainer Marco Gregor auf seinen gelbgesperrten Torjäger und 13-Tore-Mann Engin Kiy verzichten.

Beide Mannschaften hatten in der ersten Halbzeit eher mit dem tiefen Boden zu kämpfen als mit dem Gegner. Auetal stand gut in allen Bereichen und ließ keine echte Torchance zu. Niedernwöhren kam nur einmal gefährlich vor das Tor. Schiedsrichter Robin Elmenthaler pfiff nach einem Zweikampf im Strafraum Elfmeter. „Das war eine 50:50-Entscheidung, man kann den Strafstoß geben, muss man aber nicht“, so SCA-Trainer Gregor. David Niggel nahm in der 14. Minute das Geschenk an und verwandelte den Elfmeter zum 1:0 für den TuS.

Der Artikel wird euch präsentiert vom Schaumburger Wachdienst.

„David Niggel ist ein Niedernwöhrener Junge, wie alle hier in der Mannschaft“, lobt Tages-Trainer Nico Körtner den Garanten für das Führungstor.“ Doch was ist, wenn andere Vereine locken, wenn ein Angebot aus Hespe oder Evesen kommt? „Das wäre sicherlich erfolglos. David ist dem TuS derart verbunden, er wird wohl lebenslang hier spielen.“ Niedernwöhren ist sich sicher. Bis zur Pause rieben sich beide Teams mit Zweikämpfen im Mittelfeld auf. Tormöglichkeiten wurden nicht herausgespielt.

Das änderte sich im zweiten Durchgang komplett. Jetzt war Auetal das dominierende Team, zog in den ersten Minuten ein wahres Power-Play-Spiel auf und glich durch Sedat Talu in der 50. Minute zum 1:1 aus. Auch danach spielte nur noch der Gast in Richtung TuS-Tor. Mitten in die Drangphase kam Niedernwöhren mit der einzigen Chance im zweiten Abschnitt zum 2:1. Talu musste in der 58. Minute nach einer Verletzungsbehandlung für eine Minute das Feld verlassen. Niedernwöhren nutzte die Überzahl durch Richard Wolter zur erneuten Führung.

Niklas Müller wird elfmeterreif gefoult.

Drei Minuten später der hochverdiente Ausgleich: Niklas Müller spielte sich durch die TuS-Abwehr, wurde im Strafraum umgesäbelt und Talu glich per Elfmeter zum 2:2 aus. Auetal machte danach weiter Druck, wollte den Sieg. In der 80. Minute hämmerte Dogan Dilek einen Freistoß aus 30 Metern an die Unterkante der Latte, den zurückspringenden Ball köpfte Marc Steinsiek neben das Tor. Nach einer weiteren Großchance von Talu traf Dilek in der 88. Minute nur den Pfosten. Müller hatte in der 90. Minute den Siegtreffer auf dem Fuß. Nach einem Konter lief er auf den Torwart zu, anstatt zwei mitgelaufene Mitspieler zu bedienen, schloss er selbst ab und traf nur das Außennetz.

Fragen wir TuS Niedernwöhrens Trainer zu seiner Analyse. Wobei der Club vom Beerbusch eine kuriose Rotation bei den Verantwortlichen betreibt. Jannik Späth, oft genannt als Trainer, macht eine Fußballpause und ist in erster Linie Torwartspezialist. Als Tages-Trainer durfte diesmal Nico Körtner ran. „Letzte Woche, bei unserem 2:0 in Engern, war ich im Urlaub. Aber wenn du mit 2:0 gewinnst, muss unsere Leistung wohl gestimmt haben“, so Körtner. „Heute waren wir nicht gut drauf. Es fehlten ein, zwei Stammkräfte. Auch das Wetter war nicht unser Freund. Der Gegner aus dem Auetal präsentierte Ideen, die uns das Leben schwer machten. Wir fanden nicht zu unserem stressigen Spiel. Am Ende war‘s ein Punktgewinn für uns.“

Auch „SCA-Gönner“ Senthooran Kiritharan war vom Auftritt seines Herzensvereins sehr angetan: „Wir hatten viele Chancen, diese aber leider nicht konsequent verwertet. Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft hat sich deutlich verbessert als in den Vorwochen präsentiert!“

Beide Teams hatten mit dem Wind und den starken Regenschauern ihr tun.

TuS Niedernwöhren – SC Auetal 2:2 (1:0)

Kreisliga Schaumburg, 14. Spieltag, Beerbusch-Stadion, Niedernwöhren

TuS Niedernwöhren:  Moritz Gerull – Bjarne Wilharm (46. Jonas Schäfer), Nils Liebrecht, Colin Blume, Felix Mickosch – Micha Wilkening, Tom Reeh (73. Luca Tielker), Recep Macin – Richard Wolter, Rames Saleh (20. Tom Legath), David Niggel. Trainer: Nico Körtner

SC Auetal: Marco Großardt – Dario Palermo (60 Pierre van de Löcht), Mahsum Bayrak, Klemens Dieterich, Marc Steinsiek – Naveen Ragu, Pascal Hantzmann – Julian Hartung, Sedat Talu, Dogan Dilek, Niklas Müller. Trainer: Marco Gregor

Schiedsrichter:  Robin Elmenthaler (TuS Schwarz-Weiß Enzen). SR-Assistenten: Jaarne Heaton (SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten), Moshos Katsagonas (Rot-Weiß Stadthagen)

Tore: 1:0 David Niggel (14./Foulelfmeter), 1:1 Sedat Talu (50.), 2:1 Richard Wolter (58.), 2:2 Sedat Talu (61./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: TuS: Legath (45.), Wolter (90.+4) / SCA: Hartung (90.+3)

Zuschauer: 51

Es brennt im Strafraum des TuS. In der Schlussphase treffen Dogan Dilek (liegend) und Co zweimal das Aluminium.