Bundesverdienstkreuz am Bande für Karl-Heinz Frühmark

Foto: Rintelns Bürgermeisterin Andrea Lange zeichnet Karl-Heinz Frühmark mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.
Sport ist sein Leben: Erst als aktiver Fußballer, nun seit über 30 Jahren als Funktionär und Vorsitzender in der Vereinigten Turnerschaft (VT) Rinteln, dem mit über 2000 Mitgliedern größten Sportverein in Schaumburg. Fast jeden Tag ist der 79-Jährige für seinen Verein tätig. Früher war das alte VTR-Heim seine zweite Heimat. Heute ist er oft im neuen Gesundheitszentrum – dem Weser-Fit-Rinteln – anzutreffen. Für sein ehrenamtliches Engagement, für seine Kreativität, für seine Ideen und Leidenschaft wurde Frühmark nun in einer feierlichen Zeremonie im Kreise seiner Familie, Freunde, Nachbarn und Sportfreund:innen von Rintelns Bürgermeisterin Andrea Lange mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Anregung zur Verleihung der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland leitete der ehemalige Bürgermeister Thomas Priemer ein.

Frühmark ist am 30. September 1943 in Oppeln (Oberschlesien) geboren. Nach der Schule absolvierte er in Goslar seine Ausbildung zum Sozialversicherungsangestellten mit einem berufsbegleitenden Studium zum Krankenkassenbetriebswirt bei der AOK Goslar. Der Fußball war seine große Leidenschaft. Für den MTV Goslar schnürte er seine Fußballschuhe. „Er war ein knallharter Innenverteidiger und hatte ein richtig gutes Stellungsspiel“, berichtet sein Sohn Thorsten. „Allerdings ist mein Vater nie über die Kreisliga hinausgekommen“, verrät Thorsten Frühmark mit einem Schmunzeln im Gesicht.
Im Jahr 1980 verschlug es Frühmark aus beruflichen Gründen nach Schaumburg. Zunächst wurde er stellvertretender Geschäftsführer der IKK Schaumburg und wenige Jahre später deren Geschäftsführer. Der sportbegeisterte Frühmark heuerte bei der Trimm-dich-Gruppe der VT Rinteln an und wurde Vereinsmitglied. Über das Ehrenamt als Kassenprüfer übernahm er im Jahre 1988 den Posten des Oberturnwartes. „Wenn mich der damalige VTR-Vorsitzende Werner Luchtmeier an den Ringen oder am Reck gesehen hätte, hätte er mich bestimmt nie gefragt“, erinnert sich Frühmark zurück. Nur fünf Jahre später wurde er zum 1. Vorsitzenden der VT Rinteln gewählt.
In diesen Ämtern begleitete Frühmark die Festlichkeiten zur 140- und 150-Jahr-Feier. Nun mischt er auch beim 175. Geburtstag der VT Rinteln tatkräftig mit. Unter seiner Regie wurde der damalige VTR-Lauf wieder neu zum Leben erweckt. Das Kind heißt heute Volksbanklauf und ist eine Erfolgsgeschichte. Erst vor wenigen Wochen ging der 20. Volksbanklauf durch die Rintelner Altstadt und den Wallanlagen mit 500 Läuferinnen und Läufer über die Bühne.
Frühmark kümmert sich fast täglich um die kleinen und großen Probleme seines Vereins. Mit der Idee zur Gründung einer Boxstaffel leistete die VT Rinteln unter seiner Federführung einen wichtigen Beitrag zur Integration insbesondere von Mitbürgern, die aus anderen Ländern zu uns kommen.
Aber auch mit dem Ausbau des alten VTR-Vereinsheimes zu einem neuen Sport- und Gesundheitszentrum – dem Weser-Fit-Rinteln – ging Frühmark als Vorsitzender mit seinem Verein einen neuen zukunftsorientierten Weg, um die VTR nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen. Ein mutiger aber auf Grund der Entwicklung im Sport ein konsequenter Schritt.

Auf Grund der vielfältigen und expansiven Veränderungen gerade im Bereich des Amateursports und der örtlichen Vereinsentwicklung hat er seinen Verein organisatorisch umgebaut. Unter seiner Regie gibt es seit 2019 nicht mehr nur einen Vorsitzenden mit Vertretern, sondern verschiedene Ressortvorstände. Er selbst trat in das zweite Glied zurück und kümmert sich um das Bereich Finanzen und Verwaltung. Damit hat er seinen Verein neu und modern für die Zukunft aufgestellt und die Hauptverantwortung in jüngere Hände übergeben und auf mehrere Schultern verteilt.
Die Stadt Rinteln arbeitet seit 2008 mit verschiedenen Institutionen und den örtlichen Vereinen an der Sportentwicklung in Schaumburg und insbesondere auch in Rinteln. 2011 wurde eine Vertiefungsstudie zur Sportentwicklung für Rinteln beauftragt. Mit dieser Studie nahm die Sportentwicklung in der Weserstadt rasant Fahrt auf. Es gründete sich im Jahre 2014 die Arbeitsgemeinschaft Rintelner Sportvereine. Zusammen mit verschiedenen Vereinsvertretern wird in dieser Arbeitsgruppe zukunftsorientiert und vereinsübergreifend für den Sport in Rinteln gearbeitet. Frühmark engagierte sich als Vertreter der VT Rinteln neben anderen Rintelner Vereinsvertretern von der ersten Stunde an sehr intensiv für die Sportentwicklung. Er ist seit der Gründung einer von zwei gewählten verantwortlichen Sprechern dieser Arbeitsgemeinschaft.

Aber nicht nur für den Sport engagiert sich Frühmark. Als die Stadt Rinteln 1992 den Rintelner Verein für Städtepartnerschaften aus der Taufe hob, gehörte er als stellvertretender Vorsitzender zu den Gründungsmitgliedern und unterstützt die in Rinteln bestehenden Städtepartnerschaften nach besten Kräften.
Dem Fußball ist Frühmark aber nach wie vor treu geblieben. Erst verfolgte er viele Spiele seines Sohnes Thorsten beim SC Schwalbe Möllenbeck, nun verpasst er fast kein Spiel seiner Enkel Jordan, Shawn und Dean in der Jugend des SC Rinteln. Stets an seiner Seite ist Ehefrau Bärbel. „Meine Familie ist mein großer Rückhalt, insbesondere meine Frau Bärbel hält mir den Rücken frei“, berichtet der Jubilar. Frühmark wurde von der Auszeichnung völlig überrascht. „Es ist vom Rintelner Flurfunk nichts durchgedrungen. Die Auszeichnung erfüllt mich mit stolz und Dankbarkeit“, verrät Frühmark. Und wenn der 79-Jährige nicht für seine VT Rinteln unterwegs ist oder auf irgendeinem Fußballplatz seine Enkel beobachtet und anfeuert, dann geht Frühmark gerne Wandern und Pilze suchen. Auch sei er froh, dass sein Vorbild für ehrenamtliche Arbeit auf seine beiden Söhne Thorsten und Stefan übergegangen sei.
Für die Stadt Rinteln ist die jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit von Karl-Heinz Frühmark für den Sport und andere Dinge in dieser Stadt ein herausragendes Beispiel für das Ehrenamt. Für diese Leistung wurde er nun mit dieser höchsten Würdigung der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
