Die Trauben hängen für die Schaumburger U-10-Talente zu hoch

Foto: Die Schaumburger U-10-Talente absolvieren beim Leistungsvergleich des TSV Havelse elf Spiele mit 132 Spielminuten.
Jugendfußball. Die U-10 vom TSV Havelse hat zum Oster-Leistungsvergleich nach Garbsen eingeladen. 12 leistungsstarke Ausbildungsvereine folgten der Einladung und spielten im Modus „Jeder gegen Jeden“ auf vier Spielflächen gegeneinander. „Wir konnten in den etwas mehr als vier Stunden Turnierzeit den Talenten somit 132 Spielminuten auf einem extrem hohen Niveau im Kleinfeldspiel bieten“, freute sich Lennart Meyer. Auf die Schaumburger warteten neben den Talentriegen der Profiklubs von Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg auch andere überregionale hochveranlagte U-10 Teams wie KSV Baunatal aus Hessen, SC Staarken aus dem Berliner Stadtteil Spandau, FV Preußen Eberswalde aus Brandenburg oder der SC Condor aus Hamburg. Die Schaumburger Talente blieben sieglos und belegten den letzten Platz.
Bei knackigen Temperaturen ging es in einem erstklassig organisierten Vergleich in der Auftaktpartie gegen die zweite Kreisauswahl im Teilnehmerfeld, die Auswahl aus Braunschweig. Vorsichtiges Abtasten fand nicht statt. Beide Auswahlen legten direkt mit offenem Visier los. Die Braunschweiger waren scheinbar mit dem Ziel Traumtore zu schießen angetreten und versenkten zwei unhaltbare Schüsse aus der zweiten Reihe direkt in den Knick. Aber auch die Schaumburger versuchten, ihre Qualität auf den Platz zu bekommen und kombinierten sich sehenswert über die rechte Seite zum Torerfolg, bevor sie durch eine gute Abwehraktion den Umschaltball clever ins Tor bekamen. Am Ende hatten die Braunschweiger die Nase vorn und gewannen die Auftaktpaarung mit 4:2. Es folgte die Partie gegen den Nachwuchs von Eintracht Braunschweig. Beide Mannschaften neutralisierten sich und hatten ihren besten Mann zwischen den Pfosten stehen. Der Schiedsrichter hatte die Pfeife bereits im Mund, als aus einem Gestocher im Strafraum das unglückliche 0:1 fiel. „Das viel zitierte 0:0-Spiel haben wir am Ende etwas zu sorglos aus der Hand gegeben, da wir im Zweikampfverhalten etwas zu wild agierten. Leider wurde das Spiel aufgrund des äußerst motivierten Kollegen auf der anderen Seite unnötig hektisch. Das werden unsere Jungs aber auch schnell lernen“, resümierte Meyer.

Nach einer 1:3-Niederlage gegen die Berliner Jungs vom SC Staarken musste man eine erste derbe Pleite mit 0:6 gegen die JSG Delmenhorst in Kauf nehmen. „Gegen Staarken konnten wir mithalten, haben aber hinten raus zu viele einfache Fehler gerade im Pass- und Positionsspiel gemacht. Die Jungs von Delmenhorst waren in jeder Hinsicht eine Nummer zu groß. Technisch, physisch und von der Spielanlage war das schon sehr ansehnlich. Dennoch muss unser Anspruch sein auch gegen solche Truppen die eigenen Qualitäten auf den Platz zu bekommen“, so Meyer.
Als nächstes warteten die Hausherren vom TSV Havelse. Es entwickelte sich ein energisches Spiel auf Augenhöhe in dem die Schaumburger durch einen schönen Treffer in Führung gingen. Am Ende mussten in dem offenen Schlagabtausch aber wieder die Schaumburger die knappe 2:3-Niederlage in Kauf nehmen. „Leider zog sich das Bild durch den gesamten Turniertag. Unsere Jungs hatten Schwierigkeiten unter dem hohen Gegnerdruck die richtigen und technisch sauberen Lösungen zu finden. Zudem haben wir es auch nicht geschafft, uns dynamisch in die Positionen zu bewegen. Diese Qualitäten benötigt es allerdings auf diesem Niveau, um am Ende das eine Tor mehr als der Gegner zu haben“, analysierte Meyer.
Nach einem 3:5 gegen Preußen Eberswalde fuhr man den ersten Punkt des Tages mit einem 2:2 gegen den VfB Fallersleben ein. Danach zogen die Schaumburger in einer wilden Partie gegen den KSV Baunatal mit 7:4 den Kürzeren. Fast minütlich schlug es im Kasten ein, die Meyer-Schützlinge führten sogar mit 2:0, doch die Baunataler zeigten, wie schnell sich das Blatt wenden kann und kombinierten sich äußert ansehnlich zu ihren Toren durch.
Von der deutlichen Niederlage erholt, ergatterte man gegen die U-10 des TSV Krähenwinkel-Kaltenweide mit einem 3:3 den zweiten Punkt, musste aber auch hier wieder einen Last-Minute-Gegentreffer zum Ausgleich hinnehmen. Als vorletzte Partie stand der Vergleich gegen die Talente vom VfL Wolfsburg an. Sichtlich angespornt vom Bundesliganachwuchs auf der gegnerischen Seite zeigten die Schaumburger ihr wohl bestes Spiel und erspielten sich zwei Führungen gegen die „Wölfe“. Doch das reichte am Ende nicht für einen verdienten Punkt. So unterlag man wieder einmal knapp mit 2:3. „Trotz der Niederlage war es ein Spiel, in dem unsere Jungs viele wichtige Basics deutlich besser umgesetzt bekamen und sich gegen einen individuell hochveranlagten Gegner schöne Tore herausspielten. Obwohl das Spiel eng und intensiv war, war es zu jeder Zeit fair“, freute sich Meyer. Der versöhnliche Abschluss wurde dann mit dem dritten Unentschieden des Tages, einem 1:1 gegen den SC Condor aus Hamburg, eingefahren.
„Für unsere Jungs war der Vergleich als Erfahrung Goldwert. Sie konnten sich in einem äußerst ambitionierten Teilnehmerfeld ausprobieren und sind an ihre Grenzen gestoßen. Nun gilt es, für mich und meinem Trainerkollegen Oliver Schmöe, diese Grenzen Stück für Stück zu verschieben“, blickt Meyer auf den Leistungsvergleich.
Kader: Matteo De Noni (VfL Bad Nenndorf), Noah Ziebell (JSG Riehe/Haste), Bennet Enzi, Liam Eberwein (beide JSG Süd-Weser), Max Richter, Imran Bajrami (beide TuS SW Enzen), Louis Pauer (SV Victoria Lauenau), Samu Seele, Viktor Ohl (beide VfL Bückeburg) und Henry Fildebrandt (TSV Eintracht Bückeberge).