Fünf Gegentore, vier Geschenke: Der SC Rinteln kann nicht verteidigen

Foto: Finn Requardt (rechts) fliegt nach 61 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Der SC Rinteln unterliegt Bezirksliga-Aufsteiger TB Hilligsfeld mit 2:5.
Fußball. Der SC Rinteln hat das Bezirksliga-Duell beim Aufsteiger TB Hilligsfeld mit 2:5 verloren. Nicht nur die Punkte waren futsch, sondern auch Finn Requardt. Der Innenverteidiger verabschiedete sich nach 61 Minuten mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Aber da lagen die defensiv mal wieder fehlerhaften Rintelner bereits mit 1:4 zurück.
Der SC Rinteln hatte einen klaren Plan. Die Gäste wollten hinten sicher stehen, aggressiv in die Zweikämpfe gehen, die Bälle erobern und dann den Turbo zünden. TB Hilligsfeld strahlt zwar in der Offensive viel Torgefahr aus, ist aber hinten anfällig.
Das Vorhaben wurde bereits nach acht Minuten durchkreuzt. Max Gahr ging ins Dribbling, verlor das Leder und Hilligsfeld markierte durch Jannik Stolpe das 1:0. Rinteln schüttelte sich und glich in der 16. Minute durch Bendik Kruska aus. Gahr setzte sich auf der Außenbahn gekonnt durch, die scharfe Hereingabe verwertete Rintelns Torjäger in der Mitte zum 1:1. „So haben wir das im Training trainiert“, meinte Co-Trainer André Lohmeier, der den urlaubenden Chefcoach Giuseppe Inserra vertrat.

Rinteln blieb am Drücker, der Schuss von Volkmar Vöge streifte den Außenpfosten (20.). In die Drangphase des SCR erzielte Hillgsfeld erneut die Führung. Einen langen Ball konnte Keeper Robin Ronnenberg zweimal nicht klären. Beide Male produzierte der Schlussmann eine Kerze. Die Abwehrspieler staunten nur, Schlitzohr Christiano Figueiredo Santos war dagegen hellwach und hob das Leder zum 2:1 (22.) in die Maschen.
Der Aufsteiger musste nicht die Sterne vom Himmel spielen, sondern nur auf die Rintelner Fehler warten. Patzer Nummer drei führte zum 3:1 (28.). Requardt klammerte, Stolpe fiel und der Schiedsrichter pfiff Elfmeter. Jay Ashton verwandelte. „Es ist immer das gleiche Leid. Unsere Fehlerquote ist viel zu hoch. Wir müssen auch mal die Bälle klar und konsequent klären und nicht immer versuchen, uns spielerisch zu befreien. Das geht aktuell oft in die Hose“, fand Lohmeier klare Worte zur ersten Halbzeit.
Im zweiten Spielabschnitt führte der vierte haarsträubende Fehler zum vierten Gegentor. Constantin Rachow spielte zu Robin Behnke, dieser hatte aber einen Gegenspieler im Rücken, verlor den Ball und Jannik Stolpe erhöhte auf 4:1 (57.). Vier Minuten später flog Finn Requardt nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz (61.).
In Unterzahl verkürzte der SC Rinteln nach einer schönen Kombination über Luca Lohmeier und Vöge durch Max Gahr auf 4:2 (69.). „Das war einstudiert“, berichtete Co-Trainer André Lohmeier. Vielleicht wäre es für den Aufsteiger noch einmal brenzlig geworden, wenn Vöge in der 80. Minute aus guter Position selbst abgeschlossen und nicht einen ungenauen Pass auf Kruska in der Mitte gespielt hätte.
Keeper Robin Ronnenberg hielt in der Schlussphase drei-, viermal ausgezeichnet, war aber in 84. Minute machtlos als Kimi-Liam Howanietz nach einem Konter zum 5:2-Endstand traf. „Wir müssen einfach besser verteidigen. Es kann ja nicht sein, dass wir sechs Tore schießen müssen, um punkten zu können“, so André Lohmeier.
SC Rinteln: Robin Ronnenberg, Finn Requardt, Robin Behnke (80. Serdar Akgün), Constantin Rachow, Luca Lohmeier, Fynn Flentge, Volkmar Vöge, Bendik Kruska, Tim Franzmeier, Oliver Meinardus (68. Mamadou Barry), Max Gahr.