Gregor fordert mehr den Fokus auf Fußball und weniger Gesabbel und Nebenkriegsschauplätze

Foto: SCA-Trainer Marco Gregor fordert von seinen Spielern, dass der Fokus voll auf dem Fußball liegt.
Fußball. Ob beim SC Auetal der Gemütspegel wieder den Normalzustand erreicht hat? Zumindest waren gestern alle richtig heiß, als der SC Auetal und SV Obernkirchen ein packendes Kreisliga-Duell sich lieferten. Mit besserem Ausgang für den Kontrahenten Obernkirchen, der einen 0:2 Rückstand noch in ein 3:2 umwandelte. Dass es hoch herging, war nicht verwunderlich. Immerhin grenzen die Orte aneinander und feiern die Sieger den Gewinn wie eine halbe Meisterschaft. Für die Unterlegenen aus dem Auetal ist Wiedergutmachung nun angesagt. Mit dem TuS Lüdersfeld kommt ein „gemütlicher Gegner“. 22 Kilometer von der Obersburg entfernt, da kühlen Emotionen bis zum Anpfiff ab. Es trifft der Fünfte auf den Vierten der Tabelle. Anstoß ist am Sonntag um 15 Uhr in Rehren.

Für den Spielausgang gibt’s zwei Szenarien. Variante 1: Der SC Auetal zeigt eine Trotzreaktion. Spielt wie beim letzten Heimspiel (8:4 gegen VfL Bückeburg II) brillant auf und haut den Gegner aus dem Stadion. Ähnlich wie 2016/17 und 2017/18, als Lüdersfeld jeweils mit 5:0 heimwärts geschickt wurde. Doch Vorsicht! In den letzten vier Jahren trafen sich beide Mannschaften nur in einer Saison. Der SCA verlor sein Heimspiel gegen Lüdersfeld mit 1:3. Also folgt Variante 2: Die Auetaler bleiben ihrer Pleitenserie treu, denn aus den letzten vier Spielen gab es nur einen Sieg. So gestern auch das Auetaler Frust-Erlebnis beim 2:3 in Obernkirchen. Bei jenem SVO, der noch vor einem Monat (23.8.26) den TuS Lüdersfeld zu Gast hatte. Und, Überraschung, die Lüdersfelder siegten 4:2 beim SVO. Gilt dann die Rechnung: Obernkirchen zu stark für Auetal. Lüdersfeld zu stark für Obernkirchen. Dann also Lüdersfeld zu gigantisch megastark für Auetal? Die Fans der Aue-Kicker könnten beim Gedankenspiel gleich ihre Tränentücher mitbringen.
Doch Carlo Calvo, Manager beim SV Obernkirchen und Kenner der Szene, macht den Männern von der Aue Mut. „Unser SVO hat die ersten Spiele zu leicht genommen, war noch nicht richtig eingespielt. In der aktuellen Form hätten wir sicher gegen Lüdersfeld gewonnen.“ Das gibt den Auetalern Hoffnung.
Nach der Pleite auf dem Ochsenbruch hat sich der SC Auetal erst mal aus dem Titelrennen verabschiedet. „Wir singen der Musik hinterher, treffen zu oft die falsche Tonlage“, meint Gregor. Der Auetaler Coach verordnete sich selbst einen Maulkorb nach dem Obernkirchen-Spiel. Das ewige Lamentieren und Gesabbel, das Öffnen irgendwelcher Nebenkriegsschauplätze seiner Truppe gehen Gregor mächtig auf den Sack. „Wir sollten uns mehr auf den Fußball konzentrieren, auf unser Spiel. Denn Fußballspielen können wir eigentlich ganz gut“, weiß der erfahrene Trainer. Diese ganzen Redeszenarien bringen die Auetaler aus dem Konzept. Bei einigen Spielern ist die Zündschnur kurz, aber das Gesabbel groß. Bislang waren alle Pleiten vermeidbar.

Zum Kochen brachte Gregor auch die Entscheidung von Schiedsrichter Jens Krowiorz, den Obernkirchener Patrick Mittmann nach seinem Foul an Dogan Dilek zu verschonen und nur Gelb statt Rot zu zeigen. „Unser Spieler wird im Mittelkreis aber so richtig umgeflext, hat Riesenglück, dass er weiterspielen konnte und fliegt dann selbst wegen Meckerns und einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. Da fehlt mir die Linie bei den Unparteiischen. Grobe Foulspiele werden zu harmlos sanktioniert“, erklärt Gregor.
Der SCA-Trainer fordert mehr Konstanz und Ruhe, den vollen Fokus auf das Wesentliche. Und das ist der Fußball. Unter Jens Fahlbusch hat sich der TuS Lüdersfeld stabilisiert und spielt in der aktuellen Serie eine gute Rolle. Man müsste gegen den Tabellenvierten höllisch aufpassen. „Es wäre schön, wenn wir die Partie mit elf Mann beenden würden. Das ist uns zuletzt eher selten geglückt. Spiele gewinnt man nämlich nicht in der Strafbox“, weiß Gregor und greift dabei auf eine Weisheit aus dem Eishockey zurück.
Die Ansetzungen: Sonntag, 15 Uhr: TSV Hagenburg – SV Engern, SC Auetal – TuS Lüdersfeld, VfL Bückeburg II – SV Nienstädt 09, TSV Hespe – SV Victoria Sachsenhagen, FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen – SV Obernkirchen, TuS Niedernwöhren – TSV Eintracht Exten, FC Stadthagen – TSV Steinbergen.
