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Kampf dem Spielerschwund: 7er-Mannschaften in der 4. Kreisklasse? Ach was, es geht doch einfacher!

Kampf dem Spielerschwund: 7er-Mannschaften in der 4. Kreisklasse? Ach was, es geht doch einfacher!

Foto: Klar ersichtlich: Immer weniger Menschen sind mit dem Fußball unterwegs.


Text und Fotos von Ernst Siepmann

Fußball. Das ist eine humorvolle Lesermeinung und nicht ganz ernst gemeint! Der Fußballkreis – und anderswo genauso – klagt über schwindende Meldezahlen bei den Mannschaften. Wie das Problem angehen? Was tun, um Abhilfe zu schaffen?  Rinteln-Sport informierte gestern über einen Lösungsansatz. Der NFV-Kreis Schaumburg möchte die 4. Kreisklasse als Unterbau einführen. Den Spielbetrieb mit 7er-Mannschaften dort durchführen. Um allen Teilnehmern die Angst zu nehmen, dass Absagen erfolgen, wenn manches Team zu wenig Leute hat. Der Schreiberling hat den Gedanken fortgesponnen. Von Elf auf Sieben und danach noch weniger? Was kann sonst noch die Lösung sein? Gedankenblitz, es geht doch einfacher!

Staffelleiter Marco Gregor jubelt: Die 4. Kreisklasse mit 7er-Mannschaften kommt.

Was haben andere Sportarten aus dieser Schwierigkeit gemacht? Blicken wir zunächst zum Handball. Vor Jahrzehnten wurde dort Deutschland regelmäßig Weltmeister. Nicht in der Halle, sondern auf dem Feld! Aber in Skandinavien wird es im Winter früh dunkel. Der Ostblock, also Russland und Umgebung, hatte ebenfalls nicht richtig Lust auf Feldhandball (bis auf die DDR). Für Südeuropa war es sowieso kein Thema. Also ging es in die Halle. Früher tobten elf Handballer auf einem fußballgroßen Feld sich aus. Doch die Halle ist viel kleiner! Da reichen sieben Spieler aus. Selbst für die Bundesliga. Natürlich Handball-Bundesliga. Nicht 7er-Mannschaften auf einer Maulwurfswiese.

Wer bei den Ballwerfern sich umsieht stellt fest: Trotz dieses Schwenks bröckeln die Zahl der Aktiven. Als hübschen Spaß im Sommer lockt der Verband inzwischen mit „Beachhandball“. Da reichen vier Akteure aus. Ein Fingerzeig, wenn’s mit den Fußball-7er-Mannschaften nicht funktioniert. Die Handballer sind aber noch „bekloppter“ in der Beach-Wertung. Tor ist nicht gleich Tor! Erzielt der Torwart einen Treffer oder kommt ein „schönes Tor“ zustande, mit Kempa-Trick oder so ähnlich, zählt dieser Treffer doppelt. Was lässt sich von Meistern des Tempogegenstoßes abgucken? Bei noch mehr Spielerrückgang „Beach-Football“? Müsste klappen. Sand gibt es ja bekanntlich „wie am Meer“. Die FIFA hat den Trend erkannt. Führt seit Jahren eine „Beach-Soccer-WM“ durch. Deutschland ist hier nur ein kleines Licht im Sandgetriebe. Bewarb sich 2017 für die Beach-Soccer-WM. Die FIFA war dagegen. Entschied sich für die Bahamas. Natürlich hübscher mit Sonne, Flair und Palmen.

Das Spielgerät bleibt unverändert… rund!

Aber was tun, wenn alle Stricke reißen? Und es noch weniger Akteure werden? Wenn 7er- und Beach- und Tralala-Mannschaften nicht ausreichen? Immerhin möchte der Fußballverband jedem Spielwilligen eine Heimat bieten. Egal wo, wie und überhaupt. Die Lösung liegt hier auf der Hand: SCHACH-FOOTBALL. In Einer-Teams. Die kriegt man garantiert zusammen.

Natürlich würde das Geschehen etwas anders aussehen. Die Schachfiguren ließen sich leicht anpassen. Der König trägt das Bild des dicken Clubvorsitzenden. Das hübsche Mädchen hinter der Absperrung, dem alle jungen Spieler nachschmachten, leiht ihre Gesichtszüge der Dame. Beim Läufer gibt es keine Diskussion. Es sind die flinken Burschen, die in den Freiluftspielen bisher vorwärts preschen.  Auch beim Pferd, im Fachjargon „Springer“ genannt, ist alles klar. Der Typ, der hinten in der Abwehr die Bälle wegwuchtet und sporadisch auch nach vorne geht, um dann bei Eckbällen (noch nicht geklärt, wie dies beim Schach-Fußball erfolgen soll) erfolgreich ist. Der Turm? Hat jede Mannschaft. Sie, lieber Leser, kennen ja die wohlbeleibten Spieler mit den Speckringen am Bauch, die nur die Mittellinie erreichen und keuchend dann zurückeilen. Bleiben am Ende noch die Bauern. Typische Opfer. All jene, die für vorgenannte Positionen nicht einsatzfähig sind, werden als Opfer auf das Feld geschickt.

Die Zuschauer blicken gespannt zum Schach-Fußball.

Fußballtypische Schachfiguren, damit lässt sich gewiss was anfangen! Das Spiel ist für die Zuschauer extrem freundlich. Alle nutzen den VIP-Bereich, im Plüschsessel um den Spieler herum. Feuern ihr Ein-Mann-Team mit Fahnenschwenken und Fanfaren an. Spielausfälle gibt es nicht! Aus zwei Gründen. Haben Sie schon mal was von „Unbespielbarkeit des Schachbrettes“ gehört? Auch braucht der Gegner nicht anreisen. Der Schachballer tritt gegen den Computer an. Künstliche Intelligenz lässt alle Varianten zu. Die Leistungsminderen sind auf der „Low-Level-Stufe“, was heute vielleicht mit 1. bis 4. Kreisklasse vergleichbar ist.

Falsches Bild, kein Schachfußball: Uwe Schröder, Elektro-Darter des TSV Krankenhagen, wird den Spaß verstehen.

Genug der kuriosen Einfälle. Aber es wäre die geniale Lösung, sollte der Abwärtstrend an Spielern fortschreiten. Einer-Teams im Schachfußball! Wie viele Mannschaften kann Schaumburg bieten? Hunderte? Quatsch. Tausende! Der DFB hätte einen gewaltigen Anstieg an Mannschaften. Natürlich gebe ich den Traditionalisten recht: Mit unserem klassischen, geliebten Ballspiel hat das nichts zu tun. Aber was heißt das schon? Die Fußball-WM ist ja mittlerweile auch auf 48 Nationalmannschaften aufgebläht. Trend steigend. Schwenken wir um zu Einer-Teams im Schachfußball, schwillt diese Zahl dann astronomisch an. Sogar Italien wäre dabei.

Wird auch die letzte Patrone verfeuert, gibt es nur diese Alternative.