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Lottogewinner schenkt SC Rinteln einen Kunstrasenplatz

Lottogewinner schenkt SC Rinteln einen Kunstrasenplatz

Der B-Platz (hinten rechts) am Steinanger wird in einen Kunstrasenplatz umgewandelt. Ein Lottogewinner und eingefleischter Fan des SC Rinteln macht das ganze möglich. Foto: Jörg Brandt.


Fußball. Anfang des Jahres klingelte bei Gordon Seymour das Handy. Und als der 1. Vorsitzende des SC Rinteln auflegte, konnte er sein Glück kaum fassen. Denn in diesem Gespräch teilte ihm ein eingefleischter Fan des SC Rinteln mit, dem Traditionsverein von der Weser einen Kunstrasenplatz schenken zu wollen. Der edle Spender (Name dem Schreiberling dieser Zeilen bekannt) gewann im Lotto „ein hübsches Sümmchen“ und findet den eingeschlagenen Weg der Rintelner unterstützenswert. „Das neue Team mit den vielen jungen Spielern aus den eigenen Reihen oder mit Stallgeruch gefällt mir. Sie lassen ihr Herz auf dem Platz und sind eine echte Einheit. Da macht es Spaß zuzuschauen“, erklärt der großzügige Unterstützer, der aber nicht namentlich genannt werden möchte.

In den letzten Wochen glühte das Handy von Seymour, denn es galt Fakten zu schaffen. Der Vereinschef stand mit der Verwaltung der Stadt Rinteln um Joachim von Meien im regen Austausch, außerdem musste eine geeignete Firma für den Bau des Kunstrasenplatzes gefunden werden. „Nun ist alles in trockenen Tüchern. Im Sommer, also nach den letzten Spielen, ist Baubeginn. Dann wird der B-Platz am Steinanger in ein schmuckes Kunstrasenfeld umgewandelt“, berichtet Seymour voller Vorfreude. Es soll schnell gehen, damit ab November die Trainingseinheiten der Jugendlichen, Herren und Altsenioren auf dem neuen Geläuf stattfinden können.

Im Verein sind alle begeistert von den neuen Möglichkeiten, die ein Kunstrasenplatz bietet. „Das wird unsere Jugendarbeit aufwerten. Jetzt können wir quasi draußen durchtrainieren, müssen nur bei extremem Schmuddelwetter oder wenn der Platz gefroren ist, in die Halle ausweichen“, freut sich Jugendleiter André Lohmeier. Auch Herren-Trainer Rolf Bartram kennt die Vorzüge der neuen Spielfläche. „Wir sind im Winter mit der ersten Mannschaft viel in die Nachbarkreise gefahren und haben uns dort auf Kunstrasenplätze eingemietet, um bessere Trainingsmöglichkeiten zu haben. Der Platz kostet Miete, das variiert je nach Verein oder Kommune und liegt zwischen 100 und 200 Euro pro Trainingseinheit oder Spiel“, verrät der SCR-Coach. Das könne man nun alles einsparen und bei sich „zu Hause“ trainieren.

Der Kunstrasenplatz beim SC Rinteln wird nach neuesten Standards gebaut und belastet die Umwelt kaum. Das moderne Spielfeld besteht aus umweltschonenden Kunststoffen wie Polyethylen (PE) und Polyporpylen (PP).

Auf dem neuen Feld kann ganzjährig trainiert und gespielt werden. Das bringt viele Vorteile. Von starken Regenfällen bis hin zu gefrorenen Wintern und langen heißen Sommern ist er immer bereit, die Spiele zu bewältigen. Kunstrasen hilft, Verletzungen zu vermeiden. Dank der Kombination aus weichen Rasenfasern, Füllmaterial und in den meisten Fällen einer speziellen Schockpolsterschicht unter dem Fußballrasen absorbiert es Stöße und reduziert Stöße.

Im Gegensatz zu echten Rasenplätzen benötigen künstliche Fußballfelder nicht viel Pflege. Man muss ihn nicht mähen, trimmen oder düngen. Und dank UV-beständiger und farbechter Fasern behält das Spielfeld immer seinen tollen grünen Farbton.

Doch bevor der neue Kunstrasenplatz im November eingeweiht wird, muss der SC Rinteln seine Hausaufgaben weiter auf Naturrasen bewältigen. In den verbleibenden neun Saisonspielen sollen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt eingefahren werden. „Das wird ein langer, steiniger Weg, aber wenn die Jungs weiter so gut mitziehen im Training und in den Spielen stets Vollgas geben, dann sehe ich uns auch in der nächsten Spielzeit in der Bezirksliga. Und dann freuen wir uns alle auf einen Winter mit perfekten Trainingsmöglichkeiten am heimischen Steinanger“, so Bartram.

Baubeginn ist Ende Juni, die neue Spielfläche soll dann im November fertiggestellt sein.