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LSV Rinteln katapultiert sich mit Platz 2 auf Platz 15 der Gesamtwertung

LSV Rinteln katapultiert sich mit Platz 2 auf Platz 15 der Gesamtwertung

Foto: Daniel Schramme und sein Vater Reinhard mit Co-Pilot Rolf Bödeker im Geschwindigkeitsrausch.


Segelfliegen. Letzte Woche die Stimmung im Keller, diese Woche grenzenloser Jubel: Endlich wieder eine Erfolgsmeldung vom gebeutelten Bundesligisten LSV Rinteln – und was für eine. Der Samstag brachte den ersehnten Befreiungsschlag und einen fulminanten Sprung nach vorne in der Liga-Wertung.

Schon am Donnerstag deuteten die Prognosen eine vielversprechende Wetterlage an. Die Stimmung war vorsichtig optimistisch, denn die ersten fünf Runden hatten Spuren hinterlassen. Doch der letzte Blick auf die Wetterkarten am Freitagabend bestätigte: Die Rückseite der durchgezogenen Gewitterlinie versprach Großes.

Am Samstagmorgen blieb dann kein Flugzeug im Hangar. Zehn Piloten in acht Maschinen machten sich früh bereit. Im finalen Briefing hob Reinhard Schramme die besondere Chance hervor: Die ursprünglich für die Lüneburger Heide vorhergesagte Top-Lage hatte sich so verlagert, dass sie genau über Rinteln führte.

Wo in den vergangenen Wochen die Schulstarts das Bild bestimmten, herrschte pure Liga-Energie. Starts wie an einer Perlenkette, und das Rennen begann. Die Doppelsitzer-Crew Willi Wielage und Charly Pfeifer sowie Michael Sasse und Daniel Schramme machten den Anfang. Reinhard Schramme und Rolf Bödeker sollten sie einholen, um gemeinsam nördlich von Lingen bis an die niederländische Grenze vorzustoßen – der ideale Ausgangspunkt um das zweistündige Rennen ausschließlich im Rückenwind fliegen zu können.

Der Einstieg war jedoch zäher als gedacht: niedrige Basis, schwache Thermik, so dass Michael Sasse im Ventus gleich zu Beginn einen Tiefpunkt überwinden musste. Doch alle Piloten kämpften sich in den Rückenwindschenkel. Später schwärmte Reinhard Schramme: „Die Thermik war gar nicht mal so gut, aber die Linien… wir konnten fast zwei Stunden nur geradeaus fliegen! Vorfluggeschwindigkeit war nur bei 120 km/h aber mit Rückenwind wurden daraus 140 km/h – ein Genuss. “

Mit zwei Flügen um die 128 km/h von Schramme Senior und Junior sowie einem 105er Schnitt von Wielage und Pfeifer wagte man den Blick in die Wertung – und der sah richtig gut aus. Doch es fehlten wie immer die streckenoptimierten Flüge.

Einen davon, so war man sich sicher, würde Bernd Goretzki liefern. Also verfolgte man gespannt seinen Kurs im Onlinetracking. Er landete erst um 19:45 Uhr nach 10 Stunden und 28 Minuten und lieferte erneut ein Meisterstück aus Ausdauer, Konzentration und Willenskraft – 1002 Kilometer. Ein Wahnsinn. Sein Motto des Tages: „Nicht einkreisen, das lohnt nicht.“ Um dennoch so viele Kilometer zu erzielen, arbeitete er unterwegs intensiv mit Satellitenbildern, die ihm die Aufreihungen gut anzeigten. So erkannte er früh, dass zwei Wolkenstraßensysteme am Riesengebirge zusammentrafen – und konnte diese sinnvoll in seine Streckenwahl einbauen.

Als dieser Flug schließlich in die Wertung einging, kannte die Freude in Rinteln kaum Grenzen. Nicht Top-Ten, nicht Top-Drei – zwischenzeitlich sogar Platz 1! Erst spät am Abend musste man die Spitzenposition an die Piloten des Segelflugzentrums Königsdorf abgeben. Die Stimmung mit Platz 2 blieb dennoch überragend.

Dieses erste starke Rundenergebnis im neuen Ligaformat katapultierte den LSV Rinteln von Platz 25 auf Platz 15 der Gesamtwertung. Ein Ergebnis, das Motivation, Selbstvertrauen und Angriffslust zurückbringt.

Daniel Schramme mit Tempo 160 in Richtung Rinteln.