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LSV Rinteln steigt aus der WeGlide-Bundesliga ab

LSV Rinteln steigt aus der WeGlide-Bundesliga ab

Foto: Christine Grote blickt in Richtung Inseln Langeoog.


Segelfliegen. Jetzt steht es endgültig fest. Der LSV Rinteln steigt aus der 1. Segelflug-Bundesliga ab. In der 17. und letzten Runde der WeGlide-Bundesliga flog der LSV auf den 19. Platz, kassierte dafür nur einen Wertungspunkt. Zu wenig, um die höchste Klasse zu halten.

Die letzte Runde ist geflogen und beim LSV Rinteln überwiegt Erleichterung: Nach einer Saison voller Wetterpech und Plattformchaos beginnt nun die verdiente Ligapause. Das Fazit der Bundesligisten fällt eindeutig aus: Der Norden hatte 2026 keine Trumpfkarten. Die Hangflugtage im Weserbergland und am Wiehengebirge, sonst oft der rettende Joker, blieben aus. Während im Süden immer wieder Schnittgeschwindigkeiten jenseits der 150 km/h geflogen wurden, kämpften die Rintelner Piloten häufig mit schlechter Thermik und niedrigen Basishöhen oder konnten gar nicht fliegen. Der Wetternachteil war diesmal nicht auszugleichen.

Zusätzlich sorgte das Hin und Her um die Zukunft des Onlinecontest für Unruhe. In der ersten Runde schaffte es nur ein einziger Flug gerade noch rechtzeitig in die Wertung – ein Fehlstart, der wertvolle Punkte kostete. Das Durcheinander spaltete die Szene: Einige Piloten wollten nur noch auf WeGlide melden, andere hielten am OLC fest, wieder andere bedienten beide Plattformen. Ob der OLC wirklich offline geht, bleibt unklar. Sicher ist nur: WeGlide bleibt – und in dieser Liga steigt Rinteln ab. Doch der Blick geht nach vorn. Die Enthusiasten vom Weserflugplatz haben den Wiederaufstieg fest im Visier und die jungen Piloten des Vereins drängen nach oben.

Am letzten Wertungstag wurde deutlich, was Segelflug auch sein kann: Erlebnis statt Ergebnis. Während Karsten Fahrenkamp und Reinhard Schramme in Oldenburg noch versuchten, Punkte zu retten und am Ende die besten Ligapiloten des LSV in dieser Runde waren, entschieden sich Christine Grote und Uli Gmelin für etwas anderes. Als klar war, dass mit einem 70-km/h-Schnitt bis Oldenburg der Abstieg ohnehin nicht mehr zu verhindern war, nutzten sie die seltene Chance – und flogen ans Meer.

Westlich am Jadebusen entlang und dann Richtung Langeoog. Die Basis sank, die Meeresluft griff spürbar ein, doch bis 25 Kilometer vor der Küste trugen die Wolken zuverlässig. So flogen sie querab von Langeoog auf die Küstenlinie zu und zum Schluss trennten sie nur 15 Kilometer vom Inselflugplatz, bevor sie wenden mussten. Sie hätten Langeoog erreicht, allerdings wäre ein Rückflug nicht mehr möglich gewesen. Vielleicht ein Projekt für 2027. Die Optik, das Licht, die Weite und die Begeisterung, noch nie mit dem Segelflugzeug dort gewesen zu sein, das war es was, das den Ligadruck vergessen ließ. Der Abstiegsplatz bei WeGlide und der 14. Rang im OLC? Für einen langen Moment bedeutungslos.

Liga hin oder her – geflogen wird weiter. Auch an den kommenden Wochenenden werden die Rintelner Piloten das Wetter nutzen, ausprobieren, erleben. Ganz ohne Tabellenstress, aber wie immer mit ganz viel Leidenschaft.

Die 17. Runde gewann der SFV Bad Wörishofen vor der FLG Schwäbisch Gmünd, SFZ Königsdorf, FG Neckertal Köngen und der Fliegergruppe Wolf Hirth. Im Rennen um die Deutsche Meisterschaft wurde es durch den Rundensieg von Bad Wörishofen noch einmal spannend. Königsdorf (249 Punkte) holte sich am Ende mit zwei Pünktchen Vorsprung den Titel knapp vor Bad Wörishofen (247), Neckertal Köngen (155), Schwäbisch Gmünd (143) und dem LSR Aalen (139).  Der LSV Rinteln (51) landete mit Platz 21 auf dem ersten von fünf Abstiegsplätzen. Zum Klassenerhalt fehlten sechs Punkte.

Christine Grote fliegt in Richtung Jadebusen.