LSV-Sommerlager: viel Fliegerei, viel Teamgeist und jede Menge Begeisterung!

Foto: Der frühe Vogel fängt den Wurm: Flugzeuge aus der Halle bringen, aufrüsten und Schulstarts vor der großen Hitze.
Segelfliegen. Noch bevor die meisten Menschen an einem heißen Sommertag den ersten Kaffee trinken, sind auf dem Flugplatz in Rinteln bereits die ersten Segelflugzeuge lautlos unterwegs. Als das Thermometer Ende Juli auf 38 Grad kletterte, verlegten die Teilnehmer des Ausbildungslagers ihren Flugbetrieb kurzerhand in die frühen Morgenstunden. Bis 10 Uhr wurde geflogen, danach saßen alle gemeinsam beim Frühstück zusammen – ein Bild, das das diesjährige Fliegerlager wohl am besten beschreibt: viel Fliegerei, viel Teamgeist und jede Menge Begeisterung für ein außergewöhnliches Hobby.
Vom 25. Juli bis zum 8. August war der Luftsportverein Flensburg mit seinem Ausbildungslager zu Gast in Rinteln. Bis zum 2. August nahmen die Mitglieder des LSV Rinteln ebenfalls am Flugbetrieb teil. Das Wetter meinte es gut mit den Segelfliegern. Sonnige Tage und häufig ausgezeichnete Thermik boten beste Voraussetzungen, um Erfahrungen zu sammeln und die Ausbildung voranzubringen.

Besonders in Erinnerung bleiben werden zwei Flüge, die für die Piloten weit mehr bedeuteten als eine schöne Strecke über Niedersachsen. Nathan Mlambo und Tim Ackmann meisterten ihre ersten Solo-Überlandflüge – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Segelfluglizenz. Nathan flog die vorgeschriebenen 50 Kilometer bis nach Bohmte. Dort warteten seine Vereinskameraden bereits mit dem Segelflugzeuganhänger, um ihn und das Flugzeug wieder nach Rinteln zu bringen. Tim Ackmann nutzte die guten Bedingungen sogar für einen rund 70 Kilometer langen Flug nach Bad Gandersheim. Dort traf er auf Fluglehrer Ole Bachmann, der mit Flugschüler Lukas Konitz gerade die Überlandflugeinweisung im Schulungsdoppelsitzer absolvierte. Im Team-Flug ging es dann zurück nach Rinteln.
Für Nathan hielt das Fliegerlager noch einen weiteren Erfolg bereit: Er bestand seine Windenfahrerprüfung und verstärkt künftig das Team der Windenfahrer des LSV. Gerade im Segelflug übernehmen viele Mitglieder Verantwortung am Boden – vom Startbetrieb bis zur Flugzeugrückholung. Dass der Sport nur als Mannschaft funktioniert, erleben die Jugendlichen vom ersten Tag an. „Viele denken beim Segelfliegen zuerst an das Fliegen selbst“, sagt Fluglehrer und Organisator Bernd Konitz. „Dabei ist es vor allem ein Mannschaftssport. Jeder hilft jedem – ob beim Start, beim Rückholen eines Flugzeugs oder beim gemeinsamen Kochen am Abend. Genau dieses Miteinander begeistert viele junge Menschen und macht solche Lager so wertvoll.“

Und genau das war während der zwei Wochen überall zu spüren. Nach dem Flugbetrieb wurde gemeinsam gekocht, gegrillt, Karten oder Monopoly gespielt, und auch ein Ausflug zum Kartfahren durfte nicht fehlen. Aus Flugschülern, Fluglehrern, Vereinsmitgliedern und den Gästen aus Flensburg wurde eine Gemeinschaft, in der jeder mit anpackt und jeder vom anderen lernt.
Die Bilanz des Lagers kann sich sehen lassen: Rund 300 Starts, mehr als 13.000 Überlandflugkilometer und viele Stunden in der Luft sprechen für zwei intensive Wochen. Der junge Flensburger Luca Heldt konnte seine bisherigen Überlandflugkilometer sogar verdreifachen.
Noch wichtiger ist für die beiden Vereine jedoch etwas anderes. Während viele Sportvereine händeringend nach Nachwuchs suchen, konnten in Rinteln gleich zwei neue Flugschüler für den Segelflug begeistert werden. Vielleicht ist genau das der größte Erfolg dieses Sommers. Denn wer einmal erlebt hat, wie lautlos ein Segelflugzeug über das Weserbergland gleitet, wie viel Teamarbeit hinter jedem einzelnen Start steckt und wie selbstverständlich Gemeinschaft am Flugplatz gelebt wird, versteht schnell, warum dieser Sport seine Faszination seit Generationen nicht verloren hat.
