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SC Auetal gewinnt bei seinem Lieblingsgegner mit 2:1

SC Auetal gewinnt bei seinem Lieblingsgegner mit 2:1

Foto: Tobias Feldmann schnürt für den SC Auetal einen Doppelpack zum 2:1-Erfolg beim SV Victoria Sachsenhagen.


Fußball. Für den SC Auetal ist die Reise an den Kanal immer eine schöne Auswärtsfahrt. Dank eines Doppelpacks von Tobias Feldmann gewann der Kreisliga-Tabellenfünfte beim SV Victoria Sachsenhagen mit 2:1. Damit bleiben die Rehrener bei ihrem Lieblingsgegner seit dem 1. Mai 2011 ungeschlagen. „Wir haben nach der Pause unser wahres Gesicht gezeigt und die Begegnung zu unseren Gunsten gedreht“, freute sich Trainer Thomas Reh nach dem Auswärtssieg.

Kommst du nach Sachsenhagen, darfst du wieder Hoffnung wagen. Diese platte Formel umschreibt den Auftritt des SC Auetal, der zuletzt arg gebeutelt durch die Kreisliga lavierte. Fünf Spiele ohne Sieg lasteten wie eine schwere Bürde auf den Spielern, doch Sonntag ging es zum Lieblingsauswärtsgegner. Eine souveräne zweite Halbzeit sicherte den 2:1-Erfolg. Dabei sahen die 133 Zuschauer zwei unterschiedliche Halbzeiten. Zwar war der SC Auetal zu Spielbeginn bemüht und erreichte in der ersten Viertelstunde fünf Eckbälle, doch Zählbares sprang nicht heraus. Eine einzige Chance gab es nach sechs Minuten, als sich Tim Neermann auf der Außenseite durchtankte und gefährlich vor den Kasten flankte. Doch Jan-Niklas Köhler wurde bei der Ballannahme gestört.

Zielstrebiger waren die Gastgeber aus Sachsenhagen. Nach einem Auetaler Stellungsfehler stand Julian Zisting frei vor dem Tor, schoss aber knapp vorbei (16.). Jubeln durfte der SVS dann sechs Minuten später. Nico Gutzeit hatte den Sachsenhäger Torjäger, Leon Bohnhorst, steil geschickt. Mit einem schlauen Lupfer überwand er den herauseilenden Schlussmann Frederik Meier. Der Rettungsversuch von Marc Steinsiek auf der Torlinie kam zu spät, der Ball zappelte im Netz. Sachsenhagen führte 1:0 (22.). Dass es dabei bis zur Pause blieb, verdankte der SC Auetal fehlender Genauigkeit bei Sachsenhäger Großchancen und Frederik Meier. Der Auetaler Torwart parierte gegen Leon Bohnhorst (24.) und Laurent Grobis (26.) glänzend. Bohnhorst ließ zwei weitere Hochkaräter noch liegen, als er freistehend vor dem Tor verzog (42.) und vor dem Halbzeitpfiff den Ball auf die Latte setzte (45.). Für die SCA-Kicker hätte es schlimmer ausfallen können als jenes 0:1 zur Pause.



Waren die mitgereisten Schlachtenbummler in den letzten Wochen leidgeprüft, rieben sie sich in der zweiten Halbzeit verwundert ihre Augen. Der SC Auetal machte nun plötzlich Druck und nutzte die Schnelligkeit der flinken Außen Jonas Winkler, Jan-Niklas Köhler und Pierre van de Löcht. Van de Löcht setzte den ersten Warnschuss, als er knapp über die Latte schoss (50.). Der Auetaler Angriffswirbel wurde bald belohnt. Nach einer Dunkley-Ecke brachte Jonas Winkler die Kugel vor das Gehäuse. Tobias Feldmann stand goldrichtig und netzte wuchtig zum 1:1 (60.) ein.

Damit gab sich der Auetaler Routinier noch nicht zufrieden. Sein Freistoß-Hammer aus 26 Metern schlug präzise zum 1:2 (67.) ein und kippte die Partie. Vom SV Victoria war bis dahin in der zweiten Halbzeit nichts zu sehen. Das änderte sich nun nach dem Rückstand, doch stand der SCA in seiner Abwehr sicher. Nur einmal musste Torwart Fredrik Meier zupacken, doch bedeutete ein Kopfball von Julian Zisting für ihn kein Problem (80.). Beide Mannschaften brachte ihre „Torgiganten“ alter Zeiten. Auf Sachsenhäger Seite wurde Ingo Poschlod eingewechselt (73.), beim SC Auetal Samer Mahmo (74.). Am Spielstand änderte sich nichts mehr. „Sachsenhagen war zwar um den Ausgleich bemüht, doch sie kamen, dank unserer guten Defensivleistung, nicht mehr zu gefährlichen Situationen“, erklärte Thomas Reh.

Auch fünf Minuten Nachspielzeit überstand das Team von Thomas Reh problemlos. Wären Samer Mahmo, Jan-Niklas Köhler und Philip Dunkley nicht zu ballverliebt gewesen, wäre in der letzten Spielaktion das dritte Tor gefallen. Doch statt zum Abschluss zu gelangen, spielten die Auetaler Kicker den Ball im gegnerischen Strafraum hin und her, was man eher vom Handball kennt.  „Es ist gut, wenn man wieder mehr Alternativen hat. Sie sorgen für frischen Wind“, freute sich Thomas Reh. Als der Schlusspfiff von Schiedsrichter Dennis Remus ertönte, stand fest: Die Auetaler haben einen Lieblingsauswärtsgegner und bringen auch im elften Jahr in Folge die Punkte heim.

SCA: Frederik Meier, Marc Steinsiek, Tobias Feldmann, Benedikt Friedrichs, Niklas Brecht (77. Jörn Fickendey-Engels), Philip Dunkley, Florian Meyer, Jonas Winkler (93. Jan-Hendrik Franke), Tim Neermann (80. Jan-Frederik Meyer), Jan-Niklas Köhler, Pierre van de Löcht (74. Samer Mahmo).

Pierre van de Löcht (am Boden) ist nach überstandener Verletzungspause ein belebendes Element im SCA-Spiel.