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SC Auetal reist mit Verspätung zum TSV Hespe

SC Auetal reist mit Verspätung zum TSV Hespe

Foto: Es „müllert“ wieder im Auetal. Flügelflitzer Niklas Müller (vorne) feierte im Pokalspiel gegen den SC Deckbergen-Schaumburg sein Comeback.


Fußball. Willkommen Nummer 47! So lautet die Rechnung des SC Auetal, der zwar beim Kreispokalfinale bereits in Hespe war, doch Sonntag erstmals auf den dort ansässigen TSV Hespe trifft (Anstoß 15 Uhr). Vom Tabellenstand gesehen eine packende Partie der Spitzenklasse, trifft doch der Dritte der Kreisliga auf den Vierten.  In den neunzehneinhalb Jahren, seit denen der Verein aus einer Fusion entstanden ist, war die Auetaler Erste noch nie dort. Eigentlich sollte die Fahrt schon vorige Saison erfolgen. Doch der überraschende Abstieg der Auetaler machte diesen Plan zunichte. Bei der Umfrage bei Rinteln-Sport tippen 51 Prozent der User auf einen Sieg der Hesper, 20 Prozent glauben an ein Remis und 29 Prozent sehen die Auetaler vorne. Was glaubst Du? Bis zum Anpfiff kannst Du Deinen Tipp noch abgeben.


Was glaubst Du? Wer gewinnt das Kreisliga-Top-Spiel zwischen dem TSV Hespe und SC Auetal?


Der Fehler wurde von den Aue-Kickern schleunigst ausgebügelt und mündete bekanntlich gleich im Wiederaufstieg. Die Fans im Auetal trugen den Fauxpas mit Humor. „Immerhin hatten wir auf diese Weise Gelegenheit, gegen den SV Krainhagen-Röhrkasten zu spielen. Als Kreisligist wäre uns das nie gelungen“. Mit 8:0 und 9:0 fielen die Ergebnisse gegen diesen Bonus-Gegner mehr als deutlich aus. Resultate, die gegen den TSV Hespe nicht einmal ansatzweise möglich wären. Krainhagen-Röhrkasten, stark frustriert und spielerisch gebeutet, zog zum Saisonende sein Team zurück. Ob jemals dort wieder der Fußball rollt? Die Auetaler konnten den Exoten freudestrahlend abhaken und wenden sich nun neuen Namen zu. Letzte Saison Krainhagen vor der Brust – jetzt geht es mit Verzögerung nach Hespe! Den TSV kannte bisher nur die Auetaler Zweite, die vor drei Jahren zuletzt hinfuhr und ehrenvoll mit 0:1 verlor (23.4.2023).

Der Artikel wird euch präsentiert vom Schaumburger Wachdienst.

Zurück zur Gegenwart. Gestern stand der Kreispokal für Auetal und Hespe auf dem Plan. Die Gegner waren von Format. Hespe, aktuell Tabellendritter, hatte mit Spitzenreiter TSV Hagenburg ein echtes Kracherspiel zu bieten. Doch nur auf dem Papier. Experten wissen, dass Hagenburg unter der Woche schwächer auftritt und mit jedem Kilometer fern von ihrer Seeprovinz an Leistungskraft verliert. Die grünen Hesper zeigten Stärke, siegten mit 4:1. Phil Maier, kurzzeitig auch für den SC Auetal aktiv, traf zweimal. Wesentlich intensiver ging es an der Rehrener Obersburg zu. Gastgeber SC Auetal musste bis an die Leistungsgrenze oder darüber hinaus gehen, um letzten Endes im Elfmeterschießen zu gewinnen. Gegen den SC Deckbergen-Schaumburg waren die Aue-Kicker bereits eingesargt. Beim Zwischenstand von 2:4 läutete das Totenglöcklein. Dann das Elfmeterschießen. Ersten verballert! Die Sargträger waren bestellt. Beim letzten regulären Strafstoß, dem fünften, musste der Deckberger Akteur „nur“ noch treffen. Da stand der Bote mit den Totenbriefen bereits am gelben Briefkasten. Doch SCA-Torhüter Frederik Meier hielt. Als Mahsum Bayrak traf, stand’s 10:9. Deckbergen verschoss und nahm die Niederlage mit Stolz wegen der Leistung und Trauer übers Ausscheiden honorig an.

Dabei gelten die Männer von der Aue als Elfmeter-Monster. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr zwang der Pokal sie ins Elfmeterschießen. Spannung pur, doch letzten Endes stets erfolgreich: Gegen den FC Stadthagen 4:3 (5.3.26), gegen den TSV Steinbergen 6:5 (30.4.26) und jetzt das 10:9 über Deckbergen-Schaumburg (10.9.26). Natürlich ist Elfmeterschießen Glücksache. Doch wenn es dreimal klappt, riecht dies doch stark nach Können.

Ein Highlight jagt also das andere beim SC Auetal. Trainer Marco Gregor brauchte nach dem nervenaufreibenden Pokal-Krimi erst mal ein Kaltgetränk: „Für die Zuschauer war es ein Spektakel, für mich als Coach hätte ich mir das Weiterkommen entspannter gewünscht!“ Der Auetaler Trainer war stolz auf sein Team. „Eigentlich waren wir schon mausetot. Aber die Jungs holten erst einen Zwei-Tore-Rückstand auf und dann auch im Elfmeterschießen drehten wir noch mal das Ding“, war Gregor von der Moral und Mentalität seiner Mannschaft begeistert.

Theo Dieterich wurde gegen den SC zur zweiten Halbzeit eingewechselt und stabilisierte die Auetaler Defensive.

Wenn die Auetaler etwas Zählbares aus dem Mückenstadion mitnehmen wollen, darf der SCA nicht so fahrlässig und luftig verteidigen. „Wir haben dem SC alle vier Tore durch eklatante Fehler aufgelegt“, weiß Gregor. Der Verlierer des Top-Spiels muss erst mal nach dann drei Niederlagen aus sieben Spielen kleinere Brötchen backen. „Hespe muss aufsteigen, wir wollen oben mitspielen. Da ist klar mehr Druck auf dem Kessel beim TSV“, so Gregor. Die Zielsetzung der Auetaler und des Trainers sind klar. „Wer in Engern gewinnt, kann auch in Hespe gewinnen“, bestätigt Gregor.

Die Ansetzungen: Samstag, 16 Uhr: SV Nienstädt 09 – SV Victoria Sachsenhagen; Sonntag, 15 Uhr: TSV Hagenburg – TSV Steinbergen, TuS Lüdersfeld – SC Deckbergen-Schaumburg, TSV Hespe – SC Auetal, FC Stadthagen – SV Obernkirchen, TSV Algesdorf – TSV Eintracht Exten.