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Segelflug-Bundesliga entwickelt sich zu einer Farce

Segelflug-Bundesliga entwickelt sich zu einer Farce

Foto: Blick von Flugschüler Lukas Konitz auf seinen Schülerkollegen Tim Ackmann.


Segelfliegen. Der LSV Rinteln flog in der zweiten Runde der Segelflug-Bundesliga auf Platz 18 und belegt auch in der Gesamtwertung Platz 18.

Ein sonniges, verlängertes Wochenende liegt hinter den Liga-Piloten des LSV Rinteln. Während viele Menschen das ideale Wetter für Ausflüge und sportliche Aktivitäten nutzten, blickten die Segelflieger wie so oft etwas kritischer in den Himmel.

Der Feiertag bot eine gute Gelegenheit, sich bei kleineren thermischen Überlandflügen für die Liga einzufliegen. Dass keine Wolken als Thermikindikatoren vorhanden waren, störte noch nicht weiter – schließlich war es noch kein Liga-Tag. Am Samstag jedoch sollte endlich die ersehnte Cumulus-Bewölkung kommen, dazu Basishöhen von rund 1700 Metern. Die Stimmung war entsprechend erwartungsvoll.

Die Piloten standen mit ihren über den Winter auf Hochglanz gebrachten Flugzeugen bereit. Doch das gute Wetter aus Südwesten ließ auf sich warten. Einige versuchten sich bereits in der schwachen Blauthermik am Platz und kämpften sich Richtung Oerlinghausen vor, um dem besseren Wetter entgegenzufliegen.

Kurz vor Paderborn gelang es den Piloten Reinhard Schramme mit Rolf Bödeker, Michael Sasse, Volker Fiebig und Ole Bachmann schließlich, in die guten Bedingungen einzusteigen. Dietmar Heintze setzte auf eine Route Richtung Achmer – in der Hoffnung, dort früher Anschluss zu finden. Parallel dazu waren zwei Doppelsitzercrews mit Flugschülern unterwegs. Der LSV Rinteln war also mit voller Mannschaftsstärke bemüht, den neuen Regeln gerecht zu werden.

Der Sonntag machte dann jedoch alle Hoffnungen zunichte: Eine starke Abschirmung verhinderte jegliche Überlandflüge. Erst am Nachmittag öffnete sich ein kleines Zeitfenster, in dem der Hang trug und etwas Thermik in der Umgebung genutzt werden konnte.

Am Ende reichte es für den LSV in der Rundenwertung zu Platz 18. Die Flüge von Schramme/Bödeker, Sasse und Heinze brachten die Speed-Punkte. Da keine großen Strecken möglich waren, gingen die Flüge der beiden Erstgenannten zusätzlich in die Kilometerwertung ein. Den dritten Wertungsflug lieferte Flugschüler Tim Ackmann, der gemeinsam mit Fluglehrer Uli Gmelin seine erste Überlandfluganweisung absolvierte – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lizenz.

In der Gesamtwertung liegt der LSV Rinteln ebenfalls auf Platz 18. Doch das eigentliche Kuriosum des Bundesliga-Wochenendes folgte erst danach. Nachdem der Verein in der Vorwoche versucht hatte, die aktuellen Entwicklungen rund um die Liga der Öffentlichkeit zu erklären , erschien am Wochenende plötzlich eine Meldung auf der ehemaligen Online-Contest-Plattform: Auch dort werde es nun wieder eine Bundesliga geben – allerdings nur noch einmal für 2026. Viele Vereine luden daraufhin ihre Flüge zusätzlich dort hoch. Einige Rintelner bekamen die Information jedoch zu spät, und wer seinen Flug nicht bis 10 Uhr am Folgetag hochgeladen hatte, ging leer aus. Kein Wunder, dass manche inzwischen finden, man könne das alles nicht mehr ernst nehmen. Die Lust auf dieses Hin und Her sinkt spürbar.

Vielleicht wird der LSV Rinteln ab der kommenden Runde auch zweigleisig fahren, zumal die altbewährten Konkurrenten dies auch tun. Doch die Motivation der vergangenen Jahre hat durch das ständige Wechselspiel definitiv einen Dämpfer bekommen. Es bleibt spannend, wie der kleine Verein seinen Weg durch dieses Regelchaos findet.

Alles wird ausgeräumt. Der LSV Rinteln will punkten!