TSV Eintracht Exten feiert – Zwei Standards entreißen dem SC Auetal den Kreispokal

Foto: Der TSV Eintracht Exten feiert mit seinen Fans den Gewinn des Kreispokals.
Fußball. Der TSV Eintracht Exten ist in die Rolle des Spielverderbers geschlüpft und entriss mit zwei Toren nach Ecken dem SC Auetal das Double. Mit 2:1 setzte sich die Mannschaft von Trainer Uwe Wolff gegen den Kreisklassen-Meister durch und machte ein ganzes Dorf glücklich. Zum ersten Mal in der 115-jährigen Vereinsgeschichte holten die „Blauhemden“ den Kreispokal. Nur 32 Prozent der Rinteln-Sport-User tippten auf den Außenseiter, satte 68 Prozent rechneten mit einem Sieg der Auetaler. Der TSV Hespe fungierte als prima Ausrichter. Der Platz war in einem super Zustand.
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In den ersten 20 Minuten tat sich nicht viel auf dem Platz. Beide Mannschaften waren auf Fehlervermeidung aus und scheuten das Risiko. Nur einen Aufreger gab es. Und diesen bereits in der 4. Minute. Nach einer Ecke von Moussa Guire nickte Marc Steinsiek am zweiten Pfosten das Spielgerät am Tor vorbei. Eigentlich ein todsicheres Ding für den kopfballstarken Außenverteidiger der Auetaler.
Exten operierte nur mit langen Bällen. Das war kein Problem für die Defensive des SCA. In der 21. Minute hatte Exten die erste gefährliche Möglichkeit. Auetals Torhüter Niklas Dohm flog nach einer Ecke am Ball vorbei, die Kugel landete bei Phil Wehling, doch sein Schuss drosch Pascal Hain von der Linie. Auf der Gegenseite strich ein Freistoß von Philip Dunkley (22.) über die Latte des Eintracht-Gehäuses.

Der SC Auetal übernahm nun die Spielkontrolle und der erste Fehler der Eintracht wurde gnadenlos bestraft. Keeper Sebastian Steinke spielte einen Abschlag in den Rücken von Artur Kalis, Julian Hartung schnappte sich das Leder, lief zur Grundlinie und schlug eine präzise Flanke auf den zweiten Pfosten. Dort rauschte Niklas Müller heran und nickte zum 1:0 (29.) der Auetaler ein. Der kleinste Mann auf dem Platz war plötzlich der Größte. Müller war ein echter Aktivposten und von der Eintracht-Defensive meist nur mit Fouls zu stoppen.
Exten hatte am Rückstand zu knabbern. Ein Heber von Philip Dunkley (31.) ging über das Tor. Die Eintracht spielte im ersten Abschnitt behäbig, ohne Tempo und Ideen. Dunkley sah in der 45. Minute, dass Steinke weit vor seinem Kasten stand, schoss von der Mittellinie drauf und verfehlte das „Tor des Monats“ nur um einen Meter. Mit einem gerechten 1:0-Vorsprung des SC Auetal ging es in die Halbzeit.

Mit seiner Kabinenansprache fand Uwe Wolff die richtigen Worte. „Ich habe Tacheles geredet und die Jungs wachgerüttelt“, so der Eintracht-Coach. Dagegen wurde sein Gegenüber Marco Gregor wohl missverstanden. „Wir wollten aufs zweite Tor gehen, auf keinen Fall nur auf Konter lauern und erst recht nicht das Ergebnis verwalten“, erklärte Gregor.
Doch das Match kippte. Exten spielte wie verwandelt, agierte nun mutiger und zielstrebiger, Auetal verlor viele Zweikämpfe und fand den Weg in Richtung Exten-Tor nur noch selten. Die Einwechslung von Dominic Heitmann belebte das Extener Spiel. Ein Bamba-Schlenzer (48.) strich um Millimeter am Pfosten vorbei, auch die Doppelchance von Issouf Doumoy (49.) und Ahmed Mohamed klärten die Auetaler in höchster Not. Auf der anderen Seite schoss Dunkley (50.) über das Tor. Im Eintracht-Kasten stand aber nicht mehr Sebastian Steinke. In der Halbzeit musste Exten den Torwart wechseln. Steinke hatte einen Sonnenstich, dafür ging Christian Krohn zwischen die Pfosten und hielt fehlerlos.

Die Partie nahm nun Fahrt auf. Beide Fan-Lager peitschten ihre Farben lautstark an. In der 62. Minute glich die Eintracht aus. Marcel Kattenhorn schlug eine Ecke scharf auf den ersten Pfosten. Ein Auetaler Abwehrspieler verlängerte, Keeper Niklas Dohm war noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Schiedsrichter Christian Gerdes notierte Dohm als Torschützen, Rinteln-Sport gibt den Treffer aber Marcel Kattenhorn.
Der Ausgleich impfte dem Vizemeister der 1. Kreisklasse noch mehr Selbstvertrauen ein. Auetal wirkte von der Hitze wie gelähmt. Es kam zur nächsten Ecke. Diesmal zirkelte Kattenhorn das Spielgerät genau auf den Kopf von Doumoy – 2:1 für Exten (69.). Spiel gedreht. Nur fünf Minuten später forderte die Eintracht Elfmeter. Doumoy kam im Zweikampf mit Marc Steinsiek zu Fall, doch für Gerdes war der Kontakt zu wenig.

Erst in der Schlussphase rappelte sich Auetal noch mal auf. Angelo Naumann warf sich in den Schuss von Pierre van de Löcht (85.) und Krohn stand goldrichtig beim Volleyschuss von Dunkley (88.). In der siebenminütigen Nachspielzeit verpassten Doumoy (91.) und Jonas Hunze (94.) mit dem dritten Treffer, den Sack endgültig für Exten zuzumachen. Dann pfiff Gerdes ab und die Feierlichkeiten der Eintracht nahmen ihren Lauf.
Ein Extra-Lob verdienten sich die beiden Extener Innenverteidiger Ibrahima Toure und Artur Kalis, die den Auetaler Torjäger Philip Dunkley gut aus dem Spiel nahmen und nur wenige Chancen des Vollblutstürmers zuließen.


Im Video bei Rinteln-Sport könnt ihr euch die Trainerstimmen von Marco Gregor (SC Auetal) und Uwe Wolff (TSV Eintracht Exten) ansehen.
SC Auetal: Niklas Dohm, Theo Dieterich (75. Niklas Brecht), Julian Hartung (82. Pierre van de Löcht), Florian Meyer, Pascal Hain, Niklas Müller (82. Marco Hauser), Marc Steinsiek, Tobias Feldmann, Philip Dunkley, Justin Andre (88. Thomas Gawlitza), Moussa Guire.
TSV Eintracht Exten: Sebastian Steinke (46. Christian Krohn), Hitaf Bamba. Jonas Hunze, Ahmed Mohamed (53. Dominic Heitmann), Phil Wehling, Issouf Doumoy (96. Nico Brune), Angelo Naumann, Ibrahima Toure, Ali Ramadan (76. Mario Graetz), Marcel Kattenhorn (91. Tom Kretzer), Artur Kalis.
Schiedsrichter: Christian Gerdes, Dennis Remus, Stefan Krause und Ralf Krömer als 4. Offizieller.
