SV Engern empfängt den SC Auetal zum Kreisliga-Hammer

Foto: Der letzte Heimsieg des SV Engern gegen den SC Auetal resultiert aus dem Jahr 2015. Vor elf Jahren traf Denis Stapel beim 2:0-Erfolg doppelt.
Fußball. Empfängt der SV Engern am Sonntag den SC Auetal (Anstoß 15 Uhr, Sportplatz Im Sandfeld), gelten die Gänsedörfler als Favorit. Immerhin sind sie Tabellenführer und konnten sich, verglichen mit der Vorsaison, als sie Tabellenvierter wurden, nochmals verbessern. Die Mannschaft überzeugt mit jugendlicher Frische, steht hinten bombensicher. Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor. Kann da der Gegner gleich zu Hause bleiben?

„Nein“, sagt man sich im Auetal, „wir kommen gerne!“ Der SC Auetal tankte in der vorigen Saison, zwar eine Klasse tiefer, aber dort dominant bis zum Exzess, mächtig Selbstvertrauen. Mit Hilfe von „Senthoo“ Kiritharan verstärken seit der Sommerpause Top-Kräfte die Männer von der Aue. So ist aus Auetaler Sicht in Engern alles möglich. Gleichzeitig interessiert man sich beim SCA ganz plötzlich für die 3. Liga und outet sich als Fan des TSV Havelse. Aber weniger die Ergebnisse des Drittligisten scheinen wichtig, viel mehr die Spieltermine. Der Grund heißt Tino Schröder. Der 36-Jährige ist Co-Trainer in Havelse, aber so tatendurstig, dass er gerne am Wochenende selbst die Fußballschuhe schnürt und in der Kreisliga mitspielt. Im Auetal. Jetzt Sonntag macht die 3. Liga Pause, übergibt an den DFB-Pokal. Der TSV Havelse fehlt bei den Teilnehmern. Die roten Schlawiner, wie sie sich nennen, schafften es in der Vorsaison bis in das Halbfinale des Niedersachsen-Pokals. In Jeddeloh war nach Elfmeterschießen Schluss. Glück für Auetal, Pech für Tino Schröder und den TSV an jenem Tag. Doch unterm Strich steht: Schröder, interessanter Mann für die Defensive, hat arbeitsfrei und könnte bei den Auetalern mitspielen.

Teilen die Leser von Rinteln-Sport den Auetaler Optimismus? Nein! Das ist im Moment nicht der Fall. Die User setzen auf einen Sieg des SV Engern. 65 Prozent tippen auf Heimsieg. Nur 28 Prozent sehen die Gäste aus dem Auetal vorne. 7 Prozent glauben, dass es keinen Sieger in diesem Kreisliga-Hammer gibt. Aber was glaubst Du? Bis zum Anpfiff kannst Du noch deinen Tipp abgeben.
Was glaubst Du? Wer gewinnt den Kreisliga-Hammer zwischen dem SV Engern und dem SC Auetal?
Doch noch ein weiteres Indiz zeigt an, dass der SC Auetal nicht chancenlos nach Engern fährt: Die Statistik. Fragt man am Engerschen Sportplatz nach dem 1. November 2015, folgt allgemeines Achselzucken. Mehr als zehn Jahre her, was soll da groß gewesen sein? Aber vielleicht erinnert sich Denis Stapel an diesen Tag. Der 31-Jährige, mit Kult-Status in Engern, war damals ein gefürchteter Torjäger. Was er an jenem Tag beweisen konnte. Stapel hier, Stapel da, 2:0 für Engern gegen Auetal. Was damals niemand wissen konnte: Es war der letzte Heimsieg der Gänsedörfler gegen die Männer von der Aue. Anschließend folgten neun weitere Gastspiele der Auetaler auf dem Sportplatz „Im Sandfeld“ (8x Liga, 1x Pokal). Für den SV Engern gab es kaum etwas zu holen. Siebenmal gewann der SC Auetal. Zwei Spiele endeten Unentschieden. Verrückt! Der SVE hat das Siegen in Heimspielen gegen die Aue-Kicker verlernt.
Zuletzt trafen sich die Kontrahenten in Engern vor zwei Jahren. Für beide Mannschaften war es ein Katastrophenjahr mit Abstiegsangst im Nacken. Von den „jungen Wilden“, die heute bei den Gänsedörflern für so viel Freude sorgen, stand Tim Thiedig bereits in der Startaufstellung. Die anderen Mannschaftskameraden aus der A-Jugend waren damals noch nicht spielberechtigt. Auch wenn der SC Auetal am Ende abstieg, so reichte es für die Aue-Kicker in Engern noch zum 1:0 Erfolg. Torschütze war damals Janic Vogt, der mittlerweile in Steinbergen spielt. Für Vogt bedeutete dieses Tor das einzige in der Saison. Pech für den SV Engern, dass es ausgerechnet im Spiel gegen die Gänsedörfler fiel.

Beim SV Engern fehlte der Chef in der Trainingswoche. Patrick Skoruppa hütete krank das Bett. Mathias Krebs, Dennis Rinne und Michael Zerbst leiteten die beiden Einheiten. „Am Sonntag bin ich wieder dabei, vielleicht aber nicht so laut, wie üblich“, berichtet Skoruppa. Am Dienstag vermeldeten die Co-Trainer eine Rekordbeteiligung beim Übungsabend. Alle Spieler sind heiß wie Frittenfett und müssen im Training Gas geben. Denn die Konkurrenz ist riesig. Skoruppa hat die Qual der Wahl und kann sich den Luxus leisten, Spielern, die aus dem Urlaub zurückkehren, zunächst in der Reserve Spielpraxis sammeln zu lassen. „Das ist keine Strafe, sondern ganz normal im Fußball. Wer länger raus war, kann sich in der Zweiten beweisen und aufdrängen“, so Skoruppa. Da spiele der Name keine Rolle.
Der SV Engern feierte zuletzt gegen einen galligen und nimmermüden SV Sachsenhagen einen 1:0-Arbeitssieg. „Wir mussten die Engerschen Tugenden rausholen, weil wir einige Hochkaräter liegen gelassen haben“, berichtet der SVE-Coach. Aber auch diese Aufgaben bewältige seine junge Truppe mit Bravour. „Die Mannschaft wächst und diese rasante Entwicklung ist toll anzusehen“, ist Skoruppa begeistert.
Der SVE-Coach rechnet gegen den starken SC Auetal mit einem Spiel auf Augenhöhe. „Die Neuen des SCA sind hervorragende Fußballer, können richtig gut kicken“, weiß Skoruppa. Es sei aber ein Heimspiel und deshalb sollen die drei Punkte auch im Gänsedorf bleiben. „Wir brennen und dann ist es sehr schwer, uns zu schlagen“, ist Skoruppa voller Vorfreude auf ein geiles Match.
Auch im Auetal sehnen Spieler und Trainer dem Duell gespannt entgegen. „Das kann nur ein super Spiel werden“, ist SCA-Coach Marco Gregor überzeugt, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Die Partie in Engern bildet das Ende der Auetaler Derbywochen. Erst TSV Steinbegen, dann TSV Eintracht Exten, SC Deckbergen-Schaumburg und nun SV Engern hießen die ersten vier Gegner des SCA. „Das wird ein Gratmesser. Bislang haben wir nur gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gespielt. Nun geht es zum Spitzenreiter“, berichtet Gregor.
In der Vorwoche rang der Tabellenvierte in einem „echten Schweinespiel“ den SC Deckbergen-Schaumburg mit Glück und Geschick 2:1 nieder. „Wir hätten uns über ein Remis nicht beschweren können. Aber so ein Spiel ist wichtig für unseren Reifeprozess. Wir sind beim Fußball, da geht es um Punkte und Siege und nicht um einen Schönheitspreis oder das nächste Level auf der Play-Station“, meint Gregor. Man müsse auch in der Lage sein, dreckige Spiele zu gewinnen.
Deshalb fährt der Aufsteiger auch nach Engern, um drei Punkte mit nach Hause an die Rehrener Obersburg zu nehmen. „Wir haben richtig Bock und können mit einem Auswärtssieg zum SV Engern aufschließen“, weiß Gregor.
Die Ansetzungen: Sonntag, 15 Uhr: SV Victoria Sachsenhagen – FC Stadthagen, TSV Steinbergen – TSV Hespe, TSV Eintracht Exten – VfL Bückeburg II, SV Obernkirchen – TuS Lüdersfeld, FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen – TSV Hagenburg, TuS Niedernwöhren – TSV Algesdorf, SV Engern – SC Auetal.
