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SC Auetal II im Horrorfilm: Die „Untoten“ aus Liekwegen beißen mit 4:1 zu

SC Auetal II im Horrorfilm: Die „Untoten“ aus Liekwegen beißen mit 4:1 zu

Foto: So „untot“ sehen sie gar nicht aus: Adrian Palutzki, Jens Bolte, Paul Schubert und Ömer Soy überzeugten als Torschützen.


Text und Fotos von Ernst Siepmann

Fußball. Das hatte sich der SC Auetal am Wochenende anders vorgestellt. Die 1. Mannschaft unterlag im Heimspiel gegen Nienstädt mit 0:1. Auch die 2. Mannschaft wusste nicht zu überzeugen. Mehr noch, hatte ein richtungsweisendes Spiel gegen den Tabellennachbarn SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten II vor der Brust. Konnte vor der Pause mithalten, dann aber bissen die „Untoten“ aus der Drei-Dörfer-Spielgemeinschaft zu. 4:1 der Endstand für die Gäste. Die Auetaler Zweite spielte blutarm. Freute sich über einen Elfmetertreffer. Ärgerte sich über einen Pfostenschuss. Trieb den Zuschauern bei den Aktionen ein Schaudern in die Knochen, bleibt im Tabellenkeller hängen. Nur eine andere Mannschaft ist noch schlechter.

Aber jetzt in Selbstzweifel zerrinnen und den Mut verlieren, wäre prompt das falsche Zeichen. Der Gast aus Liekwegen, Sülbeck und Südhorsten zeigte charmant, wie Durchhalten zur Lösung führt. Rückblick, Saison 2024/25. Zwei Jahre her. In jener Spielzeit war LSS II der Liga nicht gewachsen. Trat brav an, verlor 72% der Spiele, wurde Letzter mit sieben Punkten Rückstand auf den Vorletzten. Wer damals die Serviette herausholte und zum Leichenschmaus anreisen wollte, konnte sich dies sparen. Denn LSS II war in der Folgesaison wieder mit dabei. Unkaputtbar, unabsteigbar, „untot“ fleißig durch die Liga hüpfend. Wie schaffte LSS II das Kunststück? Die Lösung lautet: Durchhalten! Ein Mitbewerber hatte zur Winterpause mangels Spielermaterial die Mannschaft abgemeldet, ein anderer vier Spiele vor Saisonende dann plötzlich keine Lust und war nicht weiter angetreten. Also fein weiterkicken, es wird schon werden!

Der Artikel wird euch präsentiert vom Schaumburger Wachdienst.

 „Die 1. Halbzeit verlief ausgeglichen“, wertete Frank Feesche, Trainer der SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten II das Spiel am Freitag. „Die Tore fielen durch Elfmeter. Ein Pfiff in beiden Szenen war möglich, der Schiri hätte auch weiterlaufen lassen können. Es hat sich also ausgeglichen. Ein besonderes Lob möchte ich an Nico Hartmann richten. Er machte als Feldspieler sein erstes Spiel im großen Tor. Unser eigentlicher Schlussmann Vincent Schulte konnte nicht, die Torhüter der Ersten genauso wenig.“  Hätten die Auetaler dies gewusst, sie hätten häufiger aufs Tor geschossen. Wenn die LSS-II-Abwehr sie denn gelassen hätte!

Zurück zum Spielgeschehen, wobei bis zur Pause kein Leistungsunterschied erkennbar war. Zweimal kam Freude auf. Foul an Jan Döring, Elfmeter für die Gäste: 0:1 Adrian Palutzki (14.). Später auf der Gegenseite. Foul an Max Golding, Elfmeter für die Aue-Kicker: 1:1 Jörn Fickendey-Engels (28.). Kein hochklassiges Spiel, aber bisher auf Augenhöhe.

Das änderte sich schnell nach dem Seitenwechsel. „Die 2. Halbzeit wurde von uns souverän gespielt, wir nutzten unsere Chancen konsequent“, freute sich LSS-II-Trainer Frank Feesche. Nach einem Eckball von Till Mosler prallte die Kugel dem Liekweger Paul Schubert ans Hinterteil. Der drehte sich, „brauchte den Ball nur noch reinmachen“, kommentierte sein Trainer: 1:2 (67.). Als ein Freistoß an der Strafraumgrenze abprallte, regierte Jens Bolte prompt: 1:3 (74). Die Gäste hätten höher führen können.  Nesrullah Yel boten sich zwei gute Konterchancen. Bei der ersten spielte er unnötig quer (70.), dann holte ihn die Abwehr ein (84.). Egal, das Ding war durch! Ömer Soy mit einem Freistoß-Aufsetzer aus 25 Metern stellte den Endstand her (1:4, 89.).

Der SC Auetal II spielte in Halbzeit II wie Darsteller in einem Horrorfilm. Bis auf einen Pfostenschuss von Jörn Fickendey-Engels (78.) gelang den Aue-Kickern in der Offensive nichts. Der Grusel-Faktor lag eher bei den Zuschauern. „Wir müssen uns für diese Leistung entschuldigen“, bekannte nach dem Schlusspfiff ein erfahrener Akteur. Aber was soll der Trainer machen? „Die Mannschaft kann weit mehr. Das hat sie in den Vorbereitungsspielen eindrücklich gezeigt. Doch wir haben eine Ausfallliste von elf Leuten und wenig Wechselmöglichkeiten. In der 2. Halbzeit fehlte es an Laufbereitschaft“, analysierte Trainer Michael „Kerke“ Mantik. „Vom Potenzial her gehören wir ins Mittelfeld. Aber es ist ein mentales Problem. Fehlen die Erfolgserlebnisse, gehen die Köpfe runter, scheinen alle Vorgaben gelöscht.“

Dem SC Auetal II fehlt ein Erfolgserlebnis. Kapitän Oliver Carl am Boden, ein Sinnbild für den Tabellenstand.

Wie es langfristig funktioniert, zeigte LSS II in der Vergangenheit. Weitermachen und die Hoffnung nicht verlieren! Die „Untoten“ aus Liekwegen sind heute quicklebendig. „Ich bin zufrieden. Wir haben jetzt 6 Punkte und sind im Mittelfeld angekommen. Ich denke, da gehören wir auch in“, meinte Trainer Feesche. Die Auetaler hoffen, dass ihr Coach in ein paar Monaten ähnliches verkündet. Nächsten Sonntag tritt das Team bei Union Stadthagen II an (Sportplatz Vornhäger Straße, Anstoß 11.30 Uhr). Ein Sieg täte der Mannschaft gut.

SC Auetal II – SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten II 1:4 (1:1)

2 Kreisklasse Schaumburg, 5. Spieltag, Sportplatz Obersburg, Rehren A/O

SC Auetal II:  Maximilian Bettin – Lars Kuhlmann, MaxWittek (Manoel Maske), Oliver Carl, Christoph Möller – Thomas Gawlitza, Marcel Ollenborger – Lucas Mann (Heinrich Eggersmann), Max Golding – Jörn Fickendey-Engels, Cedric Hirsch (Niklas Herrmann). Trainer: Michael „Kerke“ Mantik

SG LSS II:  Nico Hartmann – Marc Rehling (Fabio Errico), Adrian Palutzki, Resul Yel, Til Mosler –Maximilian Renner (Max Matthäus), Jens Bolte (Emre Türegün) – Nikolas Schwandt (Paul Schubert), Jan Döring, Nasrullah Yel (Ömer Soy) – Nicolas Orlick. Trainer: Frank Feesche

Schiedsrichter: Ralf Krömer (FC Hevesen)

Tore: 0:1 Adrian Palutzki (14./Foulelfmeter), 1:1 Jörn Fickendey-Engels (26./Foulelfmeter), 1:2 Paul Schubert (67.), 1:3 Jens Bolte (74.), 1:4 Ömer Soy (89.)

Gelbe Karten: SCA II: Mann (56.), Golding (87.) / LSS II: Bolte (68.), Mosler (77.)

Zuschauer: 36

LSS-II-Kapitän Maximilian Renner im Gespräch mit Schiedsrichter Ralf Krömer.