Sonntag im Auetal: Sebastian Wagner‘s Coming Home

Foto: Sebastian Wagner kehrt mit seinem neuen Verein TuS Lüdersfeld an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Text von Ernst Siepmann
Fußball. Dieser Bericht richtet sich an alle Fußballfreunde. Betreiber anderer Sportarten, die mit dem Zelluloidball, Dartpfeil, Springseil oder Glasmurmeln unterwegs sind, können getrost weggucken. Denn Fußball zieht die Massen an, ist in fast allen Ländern die liebste Sportart. Mit einer gewaltigen Historie. Erinnern Sie sich noch an 1996? Vor 30 Jahren. Fußball-Europameisterschaft in England. Das Silver Goal von Olli Bierhoff führte zum Turniersieg. Auch an das Lied des Wettbewerbs? Es tauchte in der Hitparade auf und ist seither von allen Fußballplätzen nicht mehr wegzudenken. „It’s Coming Home, It’s Coming Home, Football’s Coming Home“. Da möchte sofort jeder mitsingen! Damals war der Lieblingssport der Welt ins Mutterland zurückgekehrt. Sonntag kommt ein Anderer zurück. Sebastian Wagner, Ur-Kathrinhäger, viele Jahre Leistungsträger beim SC Auetal, erscheint mit seiner neuen Mannschaft. Der TuS „Basti Wagner“ Lüdersfeld tritt an beim SC Auetal.

Die „offizielle“ Vorschau gab es schon gestern bei Rinteln-Sport. Heute geht es um Sebastian Wagner. Einer der wenigen Spieler, der vom SC Auetal zu einem anderen Verein gewechselt ist. Macht sonst kaum einer. Abgesehen von einer kleinen Spur, die nach Bad Münder führt. Doch, Dario Palermo ist mal hin- und hergesprungen. War in Deckbergen und Krankenhagen. Jetzt wieder heim im Auetal. Kommen wir zu Basti Wagner. Einer, der ihn bestens kennt, ist der Auetaler Mannschaftskapitän Marc Steinsiek. „Ich habe ewig mit ihm zusammengespielt, kenne Sebastian Wagner schon aus der Jugend. Wir sind der gleiche Jahrgang, nur sechs Tage auseinander. Er zählte zu der Jugend des TSV Kathrinhagen, ich war beim TuS Rehren A/O aktiv. Dann kam die Fusion. Seitdem herrscht eine enge Verbundenheit. Basti wechselte wohl zweimal höherklassig. Ich bin immer geblieben.“

Was sind die Stärken von Sebastian Wagner, worauf muss der SC Auetal am Sonntag aufpassen? Marc Steinsiek, mit 31 Jahren gleichaltrig und ein erfahrener Akteur: „Früher war Basti ein bisschen flinker. Aber das war ich auch. Mittlerweile versuchen wir, dies über Stellungsspiel zu erledigen und nutzen weniger das Tempo. Doch Basti Wagner hat noch die guten Bälle drauf. Nach vorne in die Schnittstelle. Ich freue mich darauf, dass wir jetzt gegeneinander spielen. Letztes Jahr noch feierten wir gemeinsam unseren Geburtstag. Basti Wagner war immer dem SC Auetal verbunden. Selbst als er für andere Vereine spielte, war es als Zuschauer bei unseren Spielen oft dabei.“
Ein Blick in die Zahlen zeigt Wagners Vereinsverbundenheit: 20 Jahre SC Auetal, 1 Jahr VfL Bückeburg (Jugend), 2 Jahre TuS Schwarz-Weiß Enzen, 5 Monate VfR Evesen, jetzt 3 Monate TuS Lüdersfeld. Warum aber der Wechsel? „Es hat sich einiges geändert. Mittlerweile wohne, ich in Meerbeck, habe zwei Kinder. Die Distanz nach Lüdersfeld ist einfach kürzer. Der Aufwand, dann ins Auetal zu fahren, zu groß. Wobei der SC Auetal andere Ambitionen besitzt. Wie man in diesem Jahr sieht, haben sie sich verstärkt. Zeitlich hätte ich es nicht leicht stemmen können. Wenn ich irgendwo spiele, möchte ich zu 100 Prozent alles geben.“

„In Lüdersfeld ist die Erwartungshaltung eine andere“, so Wagner weiter. „Es herrscht nicht die Vorgabe: ‚Wir müssen aufsteigen!‘ In meiner neuen Mannschaft gucken wir von Spiel zu Spiel. Das kann ein kleiner Vorteil sein. Trainer Jens Fahlbusch drückte es nett aus: ‚Wir sind wie kleine Eichhörnchen, sammeln von Spiel zu Spiel die Punkte.‘ Dass wir aktuell Tabellenvierter sind, ist überraschend. Aber wir sind eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die hungrig ist. Die aktuellen Punkte kann uns keiner nehmen. Sind alles Zähler gegen den Abstieg.“
Tiefstapeln braucht der Neu-Lüdersfelder jedoch nicht. Am Dienstag siegte der TuS Lüdersfeld mit 1:0 in Algesdorf. Bei einem Gegner, bei dem der SC Auetal sich immer schwergetan hatte. „Für mich ist es das erste Spiel gegen Auetal. Denn mit den früheren Vereinen Evesen und Enzen stießen wir nie zusammen. Am meisten freue ich mich auf ein Wiedersehen mit den Konsorten aus der Jugend, Marc Steinsiek und Freddy Meier. Und auf Theo Dieterich, meinem kleinen Kumpel, mit dem ich mittlerweile oft im Stadion bin.“ Gemeint ist sicher Sechsundneunzig. Abschließend noch ein Tipp zum Spielausgang. Marc Steinsiek macht als Kapitän der Auetaler Mannschaft Mut: „Wir gewinnen mit 2:0.“ Ein Resultat, das Basti Wagner trotz aller Freundschaft sicher nicht unterschreiben würde.
