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Fahnenflucht – SC Deckbergen-Schaumburg spielt zur neuen Saison im Fußball-Kreis Hameln-Pyrmont

Fahnenflucht – SC Deckbergen-Schaumburg spielt zur neuen Saison im Fußball-Kreis Hameln-Pyrmont

Foto: Der SC Deckbergen-Schaumburg mit Michael Deisner wechselt in den Fußballkreis Hameln-Pyrmont und trifft dann wahrscheinlich auf die SG Großenwieden/Rohden-Segelhorst, sollte die SG den Aufstieg in die Bezirksliga verpassen.


Fußball. Diese Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Der SC Deckbergen-Schaumburg betreibt Fahnenflucht, verlässt zur Saison 2026/27 den Spielbetreib im Fußball-Kreis Schaumburg und wechselt dafür in die Kreisliga Hameln-Pyrmont. „Nach langem Überlegen, nach vielen Gesprächen im Verein und mit Thomas Bertram, dem 1. Vorsitzenden aus Hameln-Pyrmont, haben wir uns nun dazu entschlossen, die Kreise zu wechseln“, erklärt Wilhelm Sieker, der beim SC auch Spartenleiter für den Herrenfußball ist.

Der SC Deckbergen-Schaumburg liegt an der Kreisgrenze zu Hameln-Pyrmont. Zum Sportplatz nach Großenwieden ist es nur ein Katzensprung, die Fahrten nach Hameln sind wesentlich kürzer als nach Sachsenhagen oder Hagenburg. Zudem gibt es beim SC im Mädchen- und Frauenfußball eine gut funktionierende Kooperation mit dem TSC Fischbeck. „Das klappt seit Jahren einwandfrei“, bestätigt Sieker. Dem SC werden natürlich die Nachbarschaftsduelle, die packenden Derbys gegen den SV Engern, TSV Steinbergen, SC Auetal oder TSV Eintracht Exten fehlen, aber gegen diese Mannschaften geht es ja schon immer entweder beim Sparkassen Fußball-Cup, der inoffiziellen Stadtmeisterschaft, oder beim traditionellen Vorbereitungsturnier des SC um den Sasse-Lack-Pokal.

Den ersten Kontakt zum Hameln-Pyrmonter Fußballchef knüpfte der SC Deckbergen-Schaumburg im letzten Jahr bei der Ausführung des Super-Cups. Der Schaumburger Kreismeister traf in Deckbergen auf den Hameln-Pyrmonter Titelträger Eintracht Afferde. SC-Vorsitzender Alexander Sieker und sein Vater Wilhelm konfrontierten Thomas Bertram mit der Idee, die Spielkreise zu wechseln. Zwischen den Fußballkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont läuft seit Jahren eine harmonierende Kooperation im Frauen-, Jugend- und Altherren-Bereich. „Jetzt haben wir uns entschlossen den SC bei uns aufzunehmen. Sie werden ja die Kreisliga halten, sodass sie bei uns dann auch in der höchsten Spielklasse einsortiert werden“, verrät Bertram.

Beim Super-Cup im vergangenen Sommer knüpften die SC-Verantwortlichen um Alexander Sieker (3. von rechts) die ersten Kontakte zu Thomas Bertram (links), dem Fußballchef des Kreises Hameln-Pyrmont.

Der SC Deckbergen-Schaumburg freut sich nicht nur auf neue Sportplätze und neue Gesichter, sondern rechnet sich in der Kreisliga Hameln-Pyrmont auch gute Chancen auf eine vordere Platzierung aus. Der FC Preußen Hameln schwächelt, BW Salzhemmendorf ist auf dem besten Weg zurück in die Bezirksliga. „Da sehe ich uns so gut aufgestellt, dass wir im Kampf um die Meisterschaft eine gute Rolle spielen werden. Denn den Traum von der Bezirksliga haben wir beim SC noch lange nicht ad acta gelegt“, berichtet Sieker, der im Sommer als SC-Trainer aufhört und das Zepter an Kastriot Rexhepi weiterreicht.

Die Fahnenflucht des SC hat natürlich Folgen: Die Kreisliga Hameln-Pyrmont wird wohl zur Saison 2026/27 auf 16 Mannschaften aufgestockt. „Das sind unsere Überlegungen. Wahrscheinlich wird es einen zusätzlichen Aufsteiger geben“, so Bertram. Im Schaumburger Kreisoberhaus wird auch ein zusätzlicher Platz frei. Da in der Ausschreibung zwei Regelabsteiger festgelegt sind, werden aus der 1. Kreisklasse im Optimalfall vier Mannschaften aufsteigen. Drei sind bereits sicher. Das wird den SC Auetal und den TSV Eintracht Exten freuen. Der Viertplatzierte kommt dazu, wenn kein Schaumburger Verein aus der Bezirksliga absteigt. Und das sieht im Moment sehr danach aus.    

Wilhelm Sieker hat den Traum von der Bezirksliga noch nicht aufgegeben, sieht für den SC in der Hameln-Pyrmonter Kreisliga gute Chancen auf die Meisterschaft.