Für den aufgemotzten SC Auetal gibt es nach oben keine Grenzen

Foto: Für den aufgemotzten SC Auetal gibt es in der Kreisliga nach oben keine Grenzen.
Fußball. Der SC Auetal hat den Betriebsunfall Abstieg aus der Kreisliga sofort behoben. Die Kicker von der Obersburg pflügten durch die 1. Kreisklasse und feierten mit sechs Punkten Vorsprung auf Vizemeister TSV Eintracht Exten souverän die Meisterschaft sowie die direkte Rückkehr ins Kreisoberhaus. Der neue Trainer Marco Gregor formte aus dem Mini-Kader eine verschworene Einheit, machte die Jungs top-fit und hantierte erfolgreich an ein paar Stellschrauben. Im Sommer schlug der Aufsteiger auf dem Transfermarkt zu, verpflichtete Spieler, die schon höherklassig unterwegs waren. Der aufgemotzte SC Auetal hat so nach oben keine Grenzen.
Was glaubst Du? Wo landet der SC Auetal in der Kreisliga-Saison 2026-2027?


In seiner zweiten Amtszeit beim SC Auetal blickt Trainer Marco Gregor auf eine „Bombensaison“ zurück. „Es haben alle zusammengehalten. Nur so konnten wir mit unserem schmalen Kader erfolgreich sein“, lobte der erfahrene Coach das gute Miteinander. In 28 Spielen gab es 24 Siege. Die Basis des Erfolges war eine gute Fitness. „Wir konnten bis zum Ende Gas geben und wenn es nötig war in der Schlussphase noch einmal das Tempo erhöhen“, hat Gregor die vergangene Serie analysiert. Der Vorsprung des Meisters auf Rang 2 betrug sechs Punkte, auf Platz drei sogar 14 Zähler. Die Auetaler dominierten die 1. Kreisklasse. Das Sahnehäubchen verpasste der SCA, denn das Kreispokalfinale ging mit 1:2 gegen den Rivalen des TSV Eintracht Exten verloren. „Da waren wir nach der Pause nicht mehr auf dem Platz und gaben das Match leichtfertig aus der Hand“, ärgerte sich Gregor.
In der Transferphase zur neuen Saison überschlugen sich die Ereignisse im beschaulichen Auetal. Trotz Zusagen verließen mit Philip Dunkley und Moussa Guire zwei Leistungsträger den Verein. Nun war guter Rat teuer. Mit Dario Palermo, Marcel Kerkhoff, Oguzhan Gök und Klemens Dieterich kamen die ersten Neuen. „Das hätte zum Klassenerhalt gereicht“, ist sich Gregor sicher.

Doch die Auetaler landeten einen Coup. Der ehemalige Spieler Senthooran Kiritharan erinnerte sich, wie schön es doch zu seiner aktiven Zeit beim damaligen TuS Rehren A/O war. Kiritharan stieg unter Trainer Ingmar Haase in die Bezirksklasse auf. Bei Trainer Mirko Undeutsch war der starke Techniker der Dreh- und Angelpunkt. „Der SC Auetal gehört in die Spitze der Kreisliga und irgendwann auch mal wieder in den Bezirk“, meint Kiritharan, der seinen Heimat- und Lieblingsverein seit diesem Sommer als Sponsor unterstützt. „Senthoo“ öffnete Türen zu spektakulären Neuverpflichtungen aus höheren Ligen. Naveen Ragu, Sedat Talu, Engin Kiy, Dogan Dilek und Tino Schröder heuerten im Auetal an. Und dann kam noch Gregor-Wunschspieler Mahsum Bayrak. „Die späten Transferaktivitäten waren notwendig. Damit sollte eine Platzierung im ersten Drittel herausspringen. Ich werde aber nach oben nichts ausschließen. Alles ist möglich. Das wird ein brutal spannendes Kreisliga-Spieljahr“, ist sich Gregor sicher.

Zu den positiven Überraschungen der diesjährigen Sommervorbereitung zählt Gregor zwei Spieler. Dario Palermo und Marcel Kerkhoff zerreißen sich. „Dario hat wieder richtig Bock auf Fußball und zieht voll mit. Vor Marcel kann man nur den Hut ziehen. Mit seinen 34 Jahren gibt er in jedem Training Vollgas und quält sich auch durch echte Schweineeinheiten“, ist Gregor voll des Lobes für das Duo.
Der SC Auetal muss nun die richtige Balance zwischen Offensivspektakel und seriöser Defensivarbeit finden. Die ersten beiden Testspiele waren vogelwild. 6:6 gegen den TSV Nettelrede, 4:6 beim Bezirksligisten TSV Kirchdorf. „Ich hätte mir schon ein bisschen weniger Spektakel gewünscht“, so Gregor. Aber je weiter die Mannschaft in der Vorbereitung kam, umso konzentrierter wurde verteidigt. Nun gab es sogar im Finale des Vorbereitungsturniers des TSV Ahnsen das erste „Zu-Null-Spiel“. Die Klassen tiefere SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten wurde mit 3:0 geschlagen. Da passte auch die Rückwärtsbewegung. Man darf also gespannt sein, was für eine Performance der SC Auetal nach seiner Rückkehr ins Kreisoberhaus an den Tag legen wird.

Der Kader
Trainer: Marco Gregor
Co-Trainer: Jan-Hendrik Franke
Torwarttrainer: Carsten Hauser
Betreuer: Alan Stephenson
Torhüter: Niklas Dohm, Frederik Meier, Marco Großardt
Abwehr: Pierre van de Löcht, Theo Dieterich, Niklas Brecht, Nico Winkelhake, Marcel Kerkhoff, Marc Steinsiek, Felix Rauhut, Benedikt Friedrichs, Mahsum Bayrak, Tino Schröder
Mittelfeld: Julian Hartung, Jörn-Fickendey-Engels, Klemens Dieterich, Marco Hauser, Naveen Ragu, Niklas Müller, Oguzhan Gök, Sedat Talu, Lukas Herrmann
Angriff: Engin Kiy, Dogan Dilek, Dario Palermo, Pascal Haintzmann
Zugänge: Dario Palermo (SC Deckbergen-Schaumburg), Marcel Kerkhoff (TuS Germania Apelern), Oguzhan Gök (FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen), Klemens Dieterich (VfL Bückeburg), Naveen Ragu (TSV Krähenwinkel-Kaltenweide), Sedat Talu, Engin Kiy (beide Ciwan Walsrode), Dogan Dilek, Tino Schröder (beide SV Lindwedel-Hope), Mahsum Bayrak (TSV Goltern)
Abgänge: Florian Meyer (Karriere-Ende), Moussa Guire, Philip Dunkley (beide TuSpo Bad Münder)
Saisonziel: guter einstelliger Tabellenplatz
Prognose: Die Favoriten auf die Kreisliga-Meisterschaft heißen TSV Hespe, SV Engern und SV Obernkirchen. Doch der SC Auetal könnte als Geheimfavorit in die Phalanx des Top-Trios hineinrutschen. Marco Gregor ist ein Top-Trainer, nun muss der Coach aus dem großen Kader wieder eine echte Einheit formen. Gelingt das, ist den Auetalern alles zuzutrauen. Rinteln-Sport tippt den SC Auetal auf Platz 3.
