Rolf-Dieter Buschhorn: Eine Schiedsrichter-Ikone tritt ab

Foto: Nach 53 Jahren beendet Rolf-Dieter Buschhorn seine Schiedsrichter-Karriere.
Fußball. Für Rolf-Dieter Buschhorn ist die Partie im Rahmen des Rintelner-Sparkassen-Fußball-Cups zwischen dem SC Schwalbe Möllenbeck und dem TSV Krankenhagen das letzte Spiel als Schiedsrichter gewesen. Diesmal fungierte der 82-Jährige zusammen mit Ralf Krömer und Dirk Haskamp als Assistent an der Linie. Nach 53 Jahre im Schiedsrichterwesen für den SV Hattendorf und zuletzt für den SC Auetal ist nun endgültig Schluss.
In seiner Laudatio blickte Frank Wieggrebe, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, auf eine treue Seele an der Pfeife zurück. Um die 4500 Spiele leitete Buschhorn seit 1973. Denn am 12. Juni 1973 fing alles an. Zusammen mit 13 anderen Schiedsrichteranwärtern legte Buschhorn im Auetal erfolgreich die Schiedsrichterprüfung ab. Kreislehrwart war Jochen Locher und der KSO Helmut Rohrsen.
In den 53 Jahren als Schiedsrichter erlebte die Schiedsrichter-Ikone nur vier KSO. Von 1973 bis 1978 Helmut Rohrsen, von 1978 bis 1989 Helmut Schiller, von 1989 bis 2024 Wilhelm Kläfker und seit 2024 nun Frank Wieggrebe.

Anfangs sah Buschhorn die Schiedsrichterei noch als Hobby, denn der damals 29-Jährige kickte für den SV Hattendorf in der Bezirksklasse. Aber nach und nach schlug das Herz für die Spielleitung immer mehr und so wurde Buschhorn eine feste Größe in der Schaumburger Unparteiischen-Familie.
In den 70ziger und 80ziger Jahren funktionierte eine Ansetzung noch ganz anders als heute. „Mit Brieftauben wurden die Ansetzungen verschickt, dann mit Postkarten für die nächsten Wochen. Antworten musstet ihr nicht, denn euer Schlag von Schiedsrichtern war absolut zuverlässig. Rückgaben waren für Rolf ein Fremdwort. Im Gegenteil: Wenn Not am Mann war, hast du sogar zwei Spiele am Tag gepfiffen“, lobt Wieggrebe das Engagement von Buschhorn. Unter KSO Wilhelm Kläfker gab es dann Briefe mit Ansetzungen für die nächsten drei bis vier Wochen.
Jetzt ist der Fußballkreis seit geraumer Zeit auch im digitalen Zeitalter angekommen. „Aber der Computer ist nicht so dein Ding. Mit Hilfe deiner Enkel sowie Dirk Haskamnp und Thorsten Schulte wusstest du stets, welchen Sportplatz du ansteuern musstest, um deine Berufung auszuüben“, berichtet Wieggrebe.

Die Charaktereigenschaften des 82-Jährigen sind Loyalität, Pflichtbewusstsein, Herzlichkeit, Belastbarkeit, Empathie und Zielstrebigkeit. „Das eigentliche Ergebnis hast du nie aus den Augen verloren“, so Wieggrebe. Bei seinen Schiedsrichterkollegen hat Buschhorn eine hohe Akzeptanz. „Dein Wort hat Gewicht. Du bist gesellig und sehr beliebt!“, unterstreicht Wieggrebe.
Die Ehrennadeln für 15-, 25- und 40-jährige Schiedsrichtertätigkeiten hat Buschhorn schön längst erhalten. Auch die goldene Ehrennadel besitzt er. In seinen fast 4500 Spielen ist der Schiedsrichter aus Leidenschaft meist ohne Rote Karten ausgekommen. „Wenn du Referee warst, haben sich die Spieler benommen und auch nicht gemeckert“, verrät Wieggrebe.
Zum Abschied gab es für Buschhorn keine weitere Ehrennadel, sondern ein Geschenkkorb mit zahlreichen Leckereien wie Honig und Marmelade, mit deftigen Sachen wie Mettwurst und Würstchen, aber auch mit gesundenden Säften und Obst. Eine große Schachtel mit Schokolade mit dem Namen „Merci“ durfte auch nicht fehlen. „Wir als deine Schiedsrichterkollegen sagen die lieber Rolf Merci für über ein halbes Jahrhundert langes Wirken in unserer Mitte!“, lauteten die Schlussworte von Wieggrebe.
