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Seit 55 Jahren gibt es die Judoabteilung der VT Rinteln

Seit 55 Jahren gibt es die Judoabteilung der VT Rinteln

Foto: Die Judoabteilung der VT Rinteln umfasst aktuell 35 Mitglieder, darunter 27 Kinder und Jugendliche.

Judo. Die Judoabteilung der VT Rinteln kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Am 17. Januar 1966 wurde die Sparte von Peter Schmieder und Otto Hoyer gegründet. Und in den mittlerweile 55 Jahren haben viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit großer Begeisterung den Judosport erlernt.


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Mit Judo kann ab dem sechsten Lebensjahr begonnen werden, doch auch ein späterer Einstieg im Jugend- oder Erwachsenenalter ist ebenfalls möglich. Ziel beim Judo ist es, den Gegner im sogenannten Standrandori durch eine dynamische Wurftechnik auf die Matte zu befördern oder ihn im anschließenden Bodenkampf durch eine Festhalte,- Würge- oder Hebeltechnik zur Aufgabe zu zwingen. Um diese Techniken unbeschadet zu überstehen, bedarf es vor jeder Trainingseinheit eines intensiven Aufwärmtrainings, an welches sich die Fallschule anschließt, die man benötigt, um im Training und Wettkampf schmerz- und angstfrei fallen zu können. Der Ursprung des Judo liegt in der alten japanischen Kampfkunst Jiu Jitsu. Judo heißt übersetzt „Sanfter Weg“.

Trainiert werden Ausdauer, Beweglichkeit, Koordinationsvermögen und Kraft. Dazu werden in Trainingsgruppen Fallschule, Halte-, Würge- und Hebeltechniken, sowie die Würfe, die diese Sportart so bekannt gemacht haben, geübt. Mit Otto Hoyer (1. Dan/schwarzer Gürtel), Abteilungsleiter Matthias Voges (1. Dan/Schwarzer Gürtel), Heiko Döpke (3. Dan) und Angela Voges (brauner Gürtel) stehen vier erfahrene Trainerinnen und Trainer den judobegeisterten Mitgliedern zur Verfügung. „Das Judotraining ist sehr vielseitig. So wird nicht nur der ganze Körper trainiert, sondern auch der Geist und die Seele“, weiß Matthias Voges zu berichten. Beim Judo wird viel für die Rumpf-, Bauch- und Rückenmuskulatur getan. „Bis man den Judosport und die jeweiligen Techniken beherrscht, dauert es aber eine Weile“, verrät Voges, der seit über zehn Jahren die Abteilungsleitung innehat.

Judo ist zwar eine sehr anspruchsvolle Sportart, doch es gibt für Interessierte viele Möglichkeiten, seinen Weg zu finden. So kann man sich in Wettkämpfen messen oder sich auf den Schwerpunkt Selbstverteidigung konzentrieren. Es gibt die Möglichkeit, seinen Körper ganzheitlich und altersgerecht zu trainieren, um fit zu bleiben oder man wandelt auf den Spuren der traditionellen Katas – einer jahrhundertelanger genau vorgegebener Abfolge von diversen Judotechniken. Außerdem hält während des Judotrainings so manch kleiner oder großer „Zappelphilipp“ mal inne und lernt sich zu konzentrieren. Die Judoabteilung der VT Rinteln umfasst aktuell 35 Mitglieder. 27 Kinder und Jugendliche sowie acht Erwachsene werden vom Trainer-Quartett betreut und angelehrt. Die Hochzeiten hatten die Rintelner Judokas in 1990er Jahren. „Da waren wir circa 150 Mitglieder“, erinnert sich Mitbegründer Otto Hoyer zurück, der auch heute noch mit seinen 84 Jahren das Kindertraining unterstützt. Seit gut fünf Wochen konnten die Rintelner Judokas den Trainingsbetrieb in der Sporthalle der IGS in der Klosterstraße unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes wieder aufnehmen. Zuvor mussten sich die Kampfsportler draußen auf dem Schulhof bei Laune halten. „15 Monate gab es kein geregeltes Judotraining“, gibt Heiko Döpke zu bedenken. Und auch aktuell gibt es viele Einschränkungen. So müssen die Judoka bis zur Matte eine Maske tragen, die Matten werden nach jedem Training desinfiziert und Partnerübungen finden nur mit einem festen Partner statt und werden genau protokolliert. „Einige Jugendliche sind aus ihrer Corona-Lethargie noch nicht erwacht und fehlten nach der Öffnung bislang beim Judotraining“, erklärt Voges. Da müsse man nun wieder eine neue Begeisterung entfachen. Mit Beginn der Corona-Pandemie und dem ersten Lockdown im März 2020 ist ein Mitgliederschwund von ungefähr 15 Prozent zu verzeichnen.

Auch heute noch unterstützt Mitbegründer Otto Hoyer mit seinen 84 Jahren das Kindertraining.
Auch heute noch unterstützt Mitbegründer Otto Hoyer mit seinen 84 Jahren das Kindertraining.

„Judo sorgt für körperliche und geistige Fitness und vermittelt auch soziale Werte, wie Selbstbeherrschung, Mut, Ernsthaftigkeit, Respekt, Höflichkeit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft“, macht Voges Werbung für den Judosport und hofft, schon bald neue oder alte Mitglieder zu begrüßen. Im Bereich der älteren Jugendlichen und der Erwachsenen brechen regelmäßig wegen Studium oder Ausbildung die Judoka weg. „Deshalb sind Wiedereinsteiger herzlichst willkommen. Judo kann man entsprechend moderat und seinem Können und körperlichen Leistungspotenzial angepasst betreiben“, sagt Voges. Wer Interesse hat, kann einfach beim Training vorbeischauen oder sich mit Abteilungsleiter Matthias Voges unter der Rufnummer (0 57 51) 92 14 49 oder per E-Mail an mtvoges@web.de in Verbindung setzen. Aktuell ist immer montags von 18 bis 19:45 Uhr das Kindertraining sowie im Anschluss von 20 bis 21:30 Uhr das Training der Jugendlichen und Erwachsenen. Der Übungsabend findet in der Sporthalle der IGS in der Klosterstraße statt. In den nächsten Wochen soll die Rückkehr zu einem ordentlichen Trainingsbetrieb erfolgen. Dann können Gürtelprüfungen wieder abgelegt werden, die Judo-Safari und das Judo-Sportabzeichen stattfinden. Aktuell ruht noch der Wettkampfbetrieb, aber nach den Sommerferien planen die Trainer, wieder mit dem Judo-Nachwuchs zu Wettkämpfen zu fahren. Dann soll bei Interesse auch ein neuer Anfängerkurs starten. Am 18. September steigt bei der VT Rinteln ein Frauensporttag. In diesem Rahmen stellt die Judoabteilung auch Selbstverteidigungstechniken für Frauen vor.

Die VTR-Trainer mit Abteilungsleiter Matthias Voges (von links), Angela Voges und Heiko Döpke.
Die VTR-Trainer mit Abteilungsleiter Matthias Voges (von links), Angela Voges und Heiko Döpke.