Melwin und Ruzmir Mehic feiern das Weiterkommen von Bosnien-Herzegowina

Foto: In Seattle feiern Ruzmir und Melwin Mehic das Weiterkommen der bosnischen Nationalmannschaft.
Fußball. Das ist der letzte Bericht unserer WM-Reporter. Für Ruzmir und Melwin Mehic geht das Abenteuer Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zu Ende. Morgen wird das Vater-Sohn-Duo in Frankfurt wieder landen. Aber der dreiwöchige WM-Tripp hinterlässt bei den beiden prägende Erinnerungen.
Im letzten Gruppenspiel der Nationalmannschaft von Bosbien-Herzegowina war das Lumen Field in Seattle fest in bosnischer Hand. „Meine Landsleute haben die Welt erobert. Das Stadion gehörte uns. Unsere National-Elf wurde lautstark angefeuert“, freute sich Ruzmir Mehic über die sagenhafte Unterstützung mit der einzigartigen Atmosphäre. Das beflügelte das bosnische Team. Mit einem 3:1 zogen die „Gelb-Blauen“ in das Sechszehntelfinale ein und treffen dort auf die USA. „Der Plan ging auf. Alles war auf dieses Spiel ausgerichtet. Wir haben gewonnen und stehen in der K.o.-Runde“, ist „Meo“ zufrieden. Das Vater-Sohn-Gespann hatte beste Plätze, saß im Umfeld der Familien der bosnischen Spieler. Ruzmir Mehic ist ein kommunikativer Mensch, geht auf die Leute zu und so steckte „Meo“ den Angehörigen seine Visitenkarte zu und preiste seine Fitnessgeräte an. „Der Kontakt ist hergestellt, ich bin mir sicher, dass ich das eine oder andere Geschäft abschließen werde“, so „Meo“.
Am frühen Donnerstagmorgen um 2 Uhr geht es gegen die Gastgeber. Das Spiel gegen die favorisierten USA findet im Levi’s Stadium in San Francisco statt. „Wir sind krasser Außenseiter, müssen über uns hinauswachsen und uns ins Elfmeterschießen retten. Dann sind wir im Vorteil und können das Achtelfinale erreichen. Doch dann wird spätestens Endstation sein. Trotzdem war es für Bosnien-Herzegowina eine Riesensache bei der WM überhaupt dabei gewesen zu sein. Wer weiß, ob wir das noch einmal schaffen werden“, mutmaßt „Meo“ und ergänzt: „Sollten wir die USA aus dem Turnier werfen, hoffe ich nicht, dass Trump den Bosniern den Krieg erklärt!“

Die drei Wochen in Kanada und den USA waren sehr beeindruckend für Vater und Sohn. Die Stadien seien allesamt gigantisch. „In den USA ist alles größer. Die Stadien, die Häuser, die Hotels, die Autos, der Konsum, die Essensportionen, aber auch die Menschen“, berichtet Ruzmir. Der Grat zwischen sehr reich und sehr arm sei schmal. „Auf der einen Seite siehst du Luxus pur und auf der anderen Seite liegen die Obdachlosen“, so „Meo“. In den USA werde ein Haufen Müll produziert. „Hier achtet niemand auf Müllvermeidung“, bestätigt Ruzmir.

Das Duo habe aber auch negative Erfahrungen in den drei Wochen gemacht. Der Service sei schlecht. „Da musst du 20 Minuten auf eine Dose Bier und eine Dose Cola warten“, erklärt „Meo“. Man müsse bei der Benutzung der Kreditkarte höllisch aufpassen. „Da wird man gerne abgezockt. Es geht schon mit dem Trinkgeld los. Wenn du nur eine Unterschrift machst und keinen Betrag einträgst, kann es eine böse Überraschung geben. Ich wurde bei einem Ring-Kauf abgezockt. Den Ring für 42 Dollar habe ich fünfmal bezahlt. Mir wurde immer gesagt, die Bezahlung habe nicht funktioniert. Bei der Übersicht meiner Kreditkartenzahlungen kam dann die böse Überraschung“, verrät Ruzmir. Am besten sei es, mit Bargeld zu bezahlen. Und das sollte man gleich mitnehmen.

Ruzmir und Melwin Mehic verbrachten die letzten Tage ihrer Reise bei Freunden in Portland. Dass die USA das Ursprungsland der Cowboys sind, sieht man an den zahlreichen Waffengeschäften. In Deutschland geht man mal zum Bowling, in Amerika zum Schießen. Die Beiden probierten es aus. „Das war der Wahnsinn, voll krass eine scharfe Waffe zu betätigen“, berichtet Ruzmir.
Ruzmir und Melwin Mehic sehen die deutsche Elf auf jeden Fall im Achtelfinale. „Deutschland wird Paraguay 4:0 schlagen“, ist sich Vater Mehic sicher. Dann werde es gegen Frankreich gehen. „Deutschland wird die Franzosen besiegen, weil die Deutschen in den Alles-oder-Nichts-Spielen immer ihre Leistung bringen und Frankreich das deutsche Team unterschätzen wird“, glaubt „Meo“ an eine Überraschung und dass Deutschland weit kommen wird.

Rinteln-Sport dankt Ruzmir und Melwin Mehic für die vielen Fotos, den Videos und den Erlebnisberichten. „Danke euch Beiden, man hat viele Eindrücke gewonnen“, so Sebastian Blaumann.



























